Gewichtsreduktion (Teil III) und Gedanken zu Nahrungsmittelethik

Heute morgen war wieder Wiegetag. Wie versprochen nun das Ergebnis der Woche: 68,8kg. Das kann sich sehen lasen. Ich habe mir das jetzt auch mal grafisch dargestellt, so als Motivationshilfe.

Meine Gewichtsentwicklung nach 3 Wochen Challenge

Meine Gewichtsentwicklung nach 3 Wochen Challenge

Habe ich Hunger?
Gelegentlich abends Appetit. Wenn ich Hunger habe, dann nehme ich auch mal einen Drink oder Smothie abends, kommt aber selten vor. Meist schaffe ich es ganz gut ohne irgendein Hungergefühl. Abend vor dem Fernseher aber keine Gummibärchen, ein Stück Käse oder eine Praline zu essen fällt mir aber manchmal schon schwer und riecht  stark nach Kasteiung. Ich vermute, darin liegt der Hauptschlüssel, das Gewicht zu halten.

Halte ich mich streng an die Stufeneinteilung?
Nein, nicht ganz so streng. Es heißt ja Stufe 2-Rezepte bis 16 Uhr und Stufe 1-Rezepte nur bis 19 Uhr. Wenn es gerade am Wochenende mal später wird mit dem Essen, mache ich da keinen Aufstand. Es kann auch mal sein, wir essen erst um 17 Uhr. So generell versuche ich mich aber daran zu halten, mit einer Stufe 1-Mahlzeit den Tag zu beenden. Also wenn ich Hunger bekomme und was esse, dann eben eher die leichteren Sachen. Einmal habe ich diese Woche aber die restlichen Kidneybohnenbuletten gegessen. Die schmecken übrigens auch kalt wunderbar.
Trotzdem sehe ich ein Problem für all die Familien, die abends warm essen und tagüber voll arbeiten. Wie die solch eine Umstellung bewältigen sollten, ist mir nicht klar. Da heißt es dann 60 Tage Ausnahmezustand und zweimal täglich kochen? Oder sich mittags immer etwas vorbereiten und mitnehmen? Nicht für jeden machbar.

Habe ich Sport gemacht?
Ja, aber diese Woche nicht ganz so intensiv wie die letzten beiden davor. Insgesamt habe ich mich diese Woche 3 mal sportlich betätigt und zumbiert (ich liebe diese Wortkreation inzwischen 😀 )

Und was macht die Gesundheit?
Da ich zu den glücklichen Menschen gehöre, die keine chronischen Leiden haben und auch ansonsten recht gesund sind, merke ich eigentlich diesbezüglich nichts. Vermutlich würde dieses Biozoom-Gerät, das im Buch beschrieben ist, einen Effekt feststellen können. Nachdem nun das erste Drittel rum ist, fällt mir immer noch keiner auf. Die Kommentare eines netten Freundes, der inzwischen mit den Worten „Britta, du siehst um Jahre jünger aus!“ durch meine Tür tritt, schreibe ich mal eher seiner ironischen Ader zu, oder wenn ich es wohlwollend betrachten wollte, seiner eloquenten Art Komplimente zu machen, als seinem wahrheitsliebenden Charakter.

Und was gibt es sonst noch zu sagen?
Neulich habe ich einen Film gesehen, den ich euch gerne zeigen möchte. Nein, keiner der Schockervideos zu Masttieren und deren Leiden. Es geht darum auf ästhetische Weise zu zeigen, zu was unangemessene Bedürfnisse führen, die Brücke zu schlagen zwischen eigenem Dicksein und dem, was wir essen. Der Film kommt ganz ohne Worte aus und mir fiel bei anschauen das erste mal auf, dass bei Massentierverabeitung die dort arbeitenden Menschen dieselbe Depersonifizierung erfahren wie die Tiere.

Aufgrund des Urheberrechts ist die Food-Sequenz des Films inzwischen aus Youtube genommen worden. Es stellt Ausschnitte des Films Samara (2011) des Filmemachers Ron Fricke dar.

Mein ethisch-moralisches Zwischenfazit nach dem ersten Challenge-Drittel
Veganismus ist der Verzicht auf tierische Produkte, zugunsten eines stärkeren Verzehrs planzlicher Nahrungsmittel. Auch pflanzliche Nahrungsmittel werden heute quasi-industriell hergestellt. Und hier ist auch mein großes Problem bei der Veganchallenge: Ich koche jetzt seit 3 Wochen vegan und fast ausschließlich Bioqualität, aber nicht saisonal und auch nicht wirklich regional. Kann es das sein? Nein, beschließe ich. Nicht für immer und dauerhaft. Habe ich im Sommer in meinem Garten wieder eine Tomatenschwemme, wird es bestimmt öfter veganes mit Tomaten geben und ich habe inzwischen genügend Rezepte, bei denen ich die Hundertschaften an Tomaten, die ich trockne, auch verwenden kann. Habe ich endlich mal Erfolg beim Zucchinianbau, dann werden auch die Zucchinibandnudeln mit Zitronencreme öfter auf den Teller kommen. Und ein Fan von Rote Bete bin ich inzwischen auch geworden. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass auch Pflanzen industriell hergestellt, deren Saatgut und -eigenschaften von großen Konzernen kontrolliert werden, dem sich auch Biohersteller nicht immer entziehen können, dass Früchte mittels Ethylengasreifung bei uns reif ankommen, die geschmacklich und nährstoffgehaltlich jedoch nicht zu vergleichen sind mit reif gepflückten Früchten, dass gespritzt wird und nicht nur Bauern massive Schäden dadurch davon tragen, sondern auch bei Verbrauchern erste Schädigungen nachgewisen werden. Auch Nutzpflanzen sind ein Geschäft.

Tatsache bleibt aber: In meinem Garten kann ich eher ein paar Pflanzen hegen, als eine Kuh mästen. Unterm Strich also doch eher (weitgehend) tierproduktfrei?

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