Kaffeepause (Tag 42)

Seit Tagen quält mich der Hunger nach Gummibärchen. Also habe ich heute beschlossen den „Bio-Dealer“ nach veganen Leckereien zu durchforsten. Das Kühlregal liefert nichts wirklich challengetaugliches außer Sojajoghurt mit und ohne Geschmack, und wenn Geschmack, dann ist auch immer gleich Zucker dabei. Wer ist auch so spinnert und verzichtet auf tierische Produkte UND auf Zucker? Solche Klientel gibt es in Deutschland wohl nicht.

Ich rechne aus, dass wenn deutschlandweit 5000 Menschen gerade diese Challenge machen (was ich schon hoch gegriffen finde!) das bei 81 Mio Deutschen immerhin 0,000061% oder 6,1ppm (parts per million) wären. Für wen also soll die Industrie solche Produkte designen? Wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, greife ich zum Natursojajoghurt und werde mir meine pürierten Beeren selbst reinmischen. Und trotzdem darf man doch mal fragen, warum überall Zucker reinmuß, wenn es doch auch andere, durchaus schmackhafte Alternativen gibt? Nur Antworten…. die darf man darauf nicht erwarten. Zumindest keine passenden.

Gefro_Bolo ZutatenSo habe ich z.B. an die Firma Gefro geschrieben bezüglich ihrer veganen Bolognese und angemerkt, dass das Produkt zwar gut aber leider sehr süß schmeckt. Diese Mail wurde mit den Worten „Vielleicht sollten wir die Rezeptur nochmal überdenken?“ weitergeleitet und geschrieben hat dann der Inhaber selbst, freundlich, zuvor-kommend und nett, dass er verstehet, dass jemand der gerade zuckerfrei lebt darauf extrem anspricht. „Da müssen wir alle wieder hin“ lautet sein anfängliches Fazit. Und ich lese hoffnungsvoll weiter.

Umso weniger verstehe ich gleich den nächsten Satz, dass „die Bolognese natürlich der Bringer bei allen Kinder ist“ und daher durchaus süßer sein darf. Mir schwirrt der Kopf. Wie das jetzt? Haben nicht gerade Kinder die Geschmäcker von morgen, die es zu schützen gilt? Wenn mein Sohn selbst schon sagt, dass die Soße sehr süß ist, ist er dann solch ein Alien unter Gleichaltrigen, dass man Kindern eine Tomatensoße nicht anders als mit Zuckergeschmack „verkaufen“ kann? Sie hat Geschmack. Nicht zu wenig. Schade, dass es von Zucker überdeckt wird.

Bisher habe ich ihm auf seine nette Mail noch keine Antwort geschrieben. Ich weiß gar nicht so recht, was ich sagen soll. Immerhin schlägt er mir andere (leider nichtvegane) Produkte vor, die zuckeroptimiert sind. Trotzdem hallt sein netter Abschlußsatz „Hoffe, Sie finde aus unserem Angebot etwas wofür Sie uns loben können. Das Sie das bei Verzicht auf Industriezucker und der Bolognese nicht tun können verstehe ich.“ in meinen Ohren nach wie ein in den Bergen verklingendes Echo. Nein, ich kann leider nichts finden. Und ich möchte ihm schreiben „…weil ich verstehe, dass sie für eine Klientel, die gerade mal 6 ppm der Bevölkerung ausmacht, keinen Absatzmarkt finden„. Trotzdem war mir Herr Fischer mit seiner Aussage „Vielleicht können wir ja die Sauce Bolognese nochmal überarbeiten?“ weitaus sympathischer. Allein schon deshalb werde ich nochmal zurückschreiben, mich bedanken und mit einem Augenzwinkern anmerken, dass mir Herr Fischers Meinung mehr Mut gemacht hätte und ich ihm danke, dass er diesen Satz in der Mail dringelassen hat.

Aber Schade ist es doch, oder?

Und jetzt zurück zu meinen veganen Leckereien. Hart auf dem Boden des 6ppm-Bevöl- kerungsanteils gelandet habe ich versucht, einen Spagat zwischen Industriezucker und natürlichem Zucker hinzubekommen und diese Produkte ausgesucht. KaffeepauseZunächst probiere ich die Gummibärchen. Denn ich liebe Gummibärchen. Die einfachen Ökovital-Bärchen sind sehr weich und entsprechen nicht dem, was man sonst so als Gummibärchen kennt. Sie schmecken außerdem so extrem süß, das ich schon nach zwei Bärchen keine Lust mehr habe weiterzuessen. Die Fruttini-Bär sind geschmacklich schon besser, etwas saurer und auch ein wenig bißfester. Ich habe insgesamt 2 x 5 Bärchen gegessen und keinen Appetit mehr.

Kaffeepause KokosmilchschokoladeTrotzdem muß die Schokolade noch getestet werden. Ich entscheide mich für die Kokosmilchschokolade von OMBAR, die als vegan gekennzeich- net ist und Kokosblütenzucker ent- hält. Wasn das? Ich suche und finde hier eine schöne Zusammenfassung.

Und es stimmt. Die Schokolade zer- geht auf der Zunge! Herrlich! Ja, das Produkt kann ich, auch als nicht besonders schokoverliebte Person, empfehlen, wenn es WIRKLICH mal was süßes sein soll. Das toppt den selbstgemachten veganen Puffreis um Längen, ist aber mit 2,89€ für ein 38-gramm-Täfelchen auch nicht gerade günstig. Solltet ihr also mal ein ausgefallenes kleines Geschenk für einen Veganer suchen, kann ich diese Schokolade nur empfehlen.

Die zweite Geschmacksrichtung Goji-Beere mache ich nicht mehr auf. Mein Hunger nach Süßem ist erst mal gestillt. Erstaunlich, wie schnell einem dieser süße Geschmack zu viel wird, wenn man kaum noch Industriezucker-versetze Produkte zu sich nimmt.

Und wer sich jetzt noch fragt, warum ich den zuckerfreien Weg verlasse, dem sei erklärt, dass mich vorgestern der Schlag getroffen hat, als ich auf die Waage gestanden bin. Ich habe in 5 Tagen 1,7kg abgenommen und beschlossen, dass das bei einem BMI von 20,1 und derzeitiger krankheitsbedingter Sportabstinenz deutlich zu viel  ist und ich auch aus gesundheitlichen Überlegungen die Reißleine ziehen muß. Vermutlich weil ich gerade so viel trinke, dass ich kaum mehr Hunger habe. Daher gab es gestern zum Abendessen die süßen veganen Pfannkuchen und heute nachmittag eben eine kleine Süßigkeitenverkostung.

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