Vegane Kohlrouladen mit Pfifferling-Maronen-Füllung

Herbstzeit ist die Zeit besonderer Speisen. Pilze und Maronen gehören eindeutig dazu. Und weil meist zusammen paßt, was auch zusammen reift, habe ich heute versucht diese beiden Herbstleckereien zu kombinieren.

Ich hab das erste mal im Leben selbst Maronen zubereitet. Bisher fand ich das eingentlich nie wirklich lecker (mit Ausnahme des Keschde-Biers in der Pfalz, das war wirklich gut!). Aber diese Tage hatte ich richtig Appetit drauf. Und als wir auf dem Markt die Maronen gesehen haben, mußte ich sie einfach kaufen. Ich habe mich im Internet erst mal schlau gelesen, wie man die nun zubereitet und habe mich für rösten statt kochen entschieden.

Maronen vor dem RöstenDie Maronen kreuzweise eingeschnitten und auf einem Backblech mit Wasser besprenkelt und 20 Minuten bei 180°C Umluft geröstet. Dann mit einem feuchten Handtuch abgedeckt und geschält. Puh, das war eine ganz schöne Arbeit. Aber eher deshalb, weil die Maronen nicht gut waren. Manche gingen sehr leicht zu schälen, aber viele waren vertrocknet und die meisten waren auch noch wurmstichig oder dunkel. Keine Ahnung was die hatten. Die allzuschlechten habe ich jedenfalls aussortiert. Und ich stand beim schälen der paar Dinger über eine Stunde fluchend in der Küche Meine Finger tun heut abend noch weh davon.

Die Pfifferlinge mit den Zwiebeln zu dünsten war eindeutig einfacher. Die Zwiebel in Würfel, mit 3 EL Olivenöl in der Pfanne glasig werden lassen, dann für 6 Minuten die geputzten und geschnittenen Pfifferlinge dazu bei geschlossenem Deckel mitgaren lassen.

Die Maronen-Pilzfarce bestand nun leider aus weniger Maronen als gedacht. Daher habe ich für die richtige Menge noch etwas Räuchertofu untergemixt.

Die Maronen-Pilzfarce bestand nun leider aus weniger Maronen als gedacht. Daher habe ich für die richtige Menge noch etwas Räuchertofu untergemixt.

Maronen, Zwiebel und Pilze zusammen in den Mixer gegeben und zu einer Farce pürieren. Mit Salz abschmecken. Ob das mit dem pürieren einfach geht, hängt vom Wassergehalt der Pfifferlinge ab. Sollte es sich schwer pürieren lassen, könnt ihr einfach noch Wasser oder Öl zugeben bis eine zähe Paste entsteht. Da mir leider einiges an Maronen fehlte, habe ich es durch Räuchertofu ersetzt. Ich finde aber, die Farce schmeckte ohne Tofu noch einen Ticken besser. Am Ende wird die perfekte Konsistenz durch das Untermischen von Semmelbrösel erreicht, so dass sich gut ein klebriger Kloß daraus formen läßt.

Von einem Weißkohl je nach gewünschter Dicke der Kohlschicht 8-12 Blätter im ganzen abziehen und darauf achten, dass sie nicht zu sehr einreißen. Die dicke Rippe am Ende flach schneiden und die Blätter für 10 Minuten in kochendes Wasser geben, rausnehmen und abtropfen lassen. Das Wasser übrigens nicht wegschütten. Man kann es gut für die Soße/Gemüsebrühe verwenden. Wer will reduziert es noch (dann aber nicht voher salzen!). Die Blätter abtropfen lassen und je 2 bzw 3 Blätter gut überlappen lassen. An die Strunkseite 2 EL der Farce geben und die Blätter einrollen. Zuerst am Strunk, dann die Seiten einklappen und den Rest aufrollen. Mit Bindfaden, einer Rouladenklemme oder Holzstäbchen fixieren.

Kohl-Blätter übereinander legen, 2 EL Maronen-Pilzfarce einmal einschlagen, dann die Seiten einschlagen, aufrollen und feststecken.

2-3 vorgegarte Kohl-Blätter übereinander legen, 1/4 der Maronen-Pilzfarce einmal einschlagen, dann die Seiten einklappen, aufrollen und feststecken.

Die Rouladen in eine Pfanne mit Öl geben und von mehreren Seiten scharf anbraten. Ich habe die Pfanne verwendet, die ich zum Anbraten der Pilze hatte, so hab ich auch noch etwas mehr Pilzgeschmack in der Soße. Dann mit der Gemüsebrühe aufgießen und etwa 1 Stunde bei kleiner Flamme im geschlossnen Topf köcheln lassen. Nach der Hälfte der Zeit die Rouladen einmal umdrehen. Die Soße anschließend mit etwas Speisestärke binden und ggf. nachwürzen.

Ich brate immer von 3 Seiten an. So habe ich etwas mehr Geschmack in der Soße.

Ich brate immer von 3 Seiten an. So habe ich etwas mehr Geschmack in der Soße.

Und hier noch die Mengenangaben für 4 Rouladen:

  • 200g Maronen (oder 100g Maronen und 100g Räuchertofu)
  • 200g Pfifferlinge
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • Semmelbrösel nach Bedarf
  • 8 Blätter eines Weißkohls
  • 3 EL Öl
  • 400ml Gemüsebrühe
  • Salz
  • Speisestärke

Dazu gab es bei uns Pellkartoffeln.

Kohlrouladen mit MaronenfüllungInsgesamt war es ein zeitlich sehr aufwändiges Gericht heute. Aber ich habe ja auch experimentiert. Wenn man etwas Routine (oder eine Anleitung) hat, dann glaube ich, ist es in 45 Minuten + 1 Stunde Kochzeit gut zu schaffen.Geschmeckt hat es uns jedenfalls gut. Nur der Junior ist ja für Pilze nicht zu begeistern und fand es daher etwas unlecker. Kein Problem, es gab ja noch Kartoffeln und Soße.

Inzwischen ist uns bei einem Spaziergang am Sonntag in rund 100m Entfernung erstmals ein Maronenbaum aufgefallen. Ich denke, wir werden die Tage nochmal vorbeigehen, mit einem kleinen Körbchen und Handschuhen bewaffnet, und nicht die komplette Ernte den wühlenden Wildschweinen überlassen. Und dann mal sehen, was ich daraus mache.

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4 Gedanken zu „Vegane Kohlrouladen mit Pfifferling-Maronen-Füllung

  1. Maronen ja, der haben wir dieses Jahr bestimmt schon 15 kg gesammelt. Viel, ich weiss, musste auch viel hergeben.

    Ein Teil frier ich ein für Weihnachten, dann versuchte ich mich an einem Konfekt und einer Marmelade mit Esskastanien. Dein Rezept werde ich wohl auch in Angriff nehmen aber eher mit Saiblingen.

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