Fundstück: Ein Stern-Journalist macht die VfY-Challenge

Irgendwie gelangte ich auf einen zwei Monate alten Stern-Artikel zum Thema vegane Ernährung und Vitamin B12. Ich fand ihn ansprechend, informativ und weder Horrorszenarien mit Untergangsstimmung prophezeiend noch Seichtmalerei  produzierendes Alles-Schön-Gerede. Der Autor Derik Meinköhn wurde an der Seite des Artikels vorgestellt als einer, der 60 Tage lang vegan gelebt hat. Ich wurde neugierig und stieß auf seinen Blog. Gestartet am 13. März 2014. Da war ich gerade fertig mit meiner Challenge. Ich stöbere in den Beiträgen und muß immer wieder schmunzeln.

Vieles was er schreibt habe ich auch erlebt, z.B. dass ein veganer Einkauf erst mal ein tiefes Loch in den Gedbeutel frißt, das man sich mit gesunden und hochwertigen Produkten schönredet, damit es nicht so weh tut. Oder selbst so empfunden, z.B. die Freude über ein gutes veganes Gericht in einem ganz normalen Restaurant. Oder sogar selbst geschrieben, z.B. die Sequenz des Films Samara, den ernüchternden Besuch einer Party bei Freunden, über veganes Ersatzfleisch und eine zunächst begeisterte, gelegentlich aber auch genervte Familie, die das Kochen der aufwändigen Rezepte ziemlich anstrengend findet. Sogar der Begriff „vegane Resteverwertung“ steht genau so drin. Manchmal scheint mir, als hätte er bei mir gespickelt. Aber nein. Ich denke, fast jeder der 60 Tage versucht ein VfY-Challenger zu sein, macht genau diese Entwicklung durch.

Auch die Ergebnisse zu manchen Rezepten im Buch sind erstaunlich identisch. Mandelmozza habe ich ja gestrichen. Nett anzusehen, aber irgendwie schmeckt es ohne besser. Er bezeichnet es als „Marzipanpizza“ und ich muß lachen. Das trifft es recht gut. Immerhin war er mutig und hat veganen Käse probiert. Sein Beitrag zeigt mir, ich habe richtig entschieden einfach „ohne Käse“ zu bestellen.

Ein bißchen gemein ist es schon: Er bekam von Attila die beiden anderen Bücher (Vegan für Fit, Vegan for Fun) geschenkt. Ich habe es mir kaufen müssen. Manchmal hilft es eben doch, prominent zu sein, denke ich mir, und stopfe mir als Frustbewältigung ein Stück vegane Mandelschokolade vom Bio-Dealer zwischen die Kiemen. Selbst gekauft natürlich!

Und am Ende? Er bleibt Veganer, beschreibt seine Entscheidung für die Challenge mit der roten Pille, die Neo aus dem Film Matrix nahm, um die Wahrheit zu erfahren und nicht weiterzuleben wie früher. Er setzt seine Erfahrungen von Besuchen bei Firmen der Lebensmittelproduktion mit den neu gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen in Bezug und stellt Fragen. Viele Fragen. Fragen die ich mir auch gestellt habe. Fragen, auf die es nicht immer eine eindeutige und erst recht keine eindeutig richtige Antwort gibt. Fragen, deren Antworten jeder selbst finden muß und die auch nur für einen selbst Gültigkeit besitzen können.

Ich stöbere noch ein wenig beim Stern und finde alte Bekannte wieder. Veganguerillia, La Veganista oder auch Sarah Britton. Hach, die Welt ist doch klein. Hier wird es am Wochenende übrigens seit langer Zeit mal wieder einen Braten geben. Ich freue mich schon drauf. Und klar werde ich davon essen. Ist ja kein Ei drin. 😉

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