Mit Veganern kann man’s ja machen

Ich habe ja die Zeitschrift Kochen ohne Knochen (Ausgabe #17, 4/2014) gratis in dem Adventskalenderpaket bekommen. Heute morgen war dann mal Zeit zum Reinstöbern. Das Editorial mit obigem Titel hat mich jedenfalls sofort angesprochen. Keine Ahnung ob es erlaubt ist, das hier abzutippen. Ich tue es in Auszügen trotzdem mal und hoffe es stört sich niemand daran.


Ein Beitrag von Joachim Hiller

VeganerInnen sind eine dankbare Kundschaft. Sie sind wie die devoten Tenenager-Fans einer Boygroup. Sie feiern ab, konsumieren glücklich, was man ihnen vorsetzt und stellen wenig Fragen. Gebt ihnen irgendwas zu kaufen, auf dem „vegan“ steht, vorzugsweise ein „Nachmacherprodukt“, und sie sind glücklich.

Ein billiges Klischee? Oder sehen uns die Lebensmittelhersteller wirklich so? Manchmal, ja immer öfter kommt mir dieser böse Verdacht. Sobald man sich wegbewegt von der Verwendung simpler Grundzutaten und Rohstoffe, sobald man sich mit Convenienceprodukten und industriell hergestellten Lebensmitteln beschäftigt, kommt mir beim Probieren oft das pure Grauen.

Veganer „Käse“, der nur ansatzweise schmeckt wie das Original? Egal, „für die Tiere“ nehmen wir das in Kauf. Joghurt mit komischem Beigeschmack? Wir schlucken den mit unserer Kritik runter, für die Sache. Schmeckt doch gar nicht soooo schlecht. Überwürzte, versalzene Vurst? Dann ess ich davon halt weniger. Schnitzel  wie aus Pappe, in viel Plastik verpackt, dafür teuer? Alles ist besser als Fleisch essen. Burger, bei denen man zum Würger wird? Toleriert, irgndwie. Nur: so wird das nichts mit der Veganisierung der Welt!

Vegan muss besser oder zumindest genauso gut schmecken wie nicht-vegan, immer und überall – darum geht es, das müssen die Lebensmitelhersteller und die vegane Gastronomie verstehen. Geschmack und Qualität müssen überzeugen, denn vegan wird man oft aus Neugier, vegan bleibt man aber nur, wenn es auf Dauer in jeder Hinsicht besser schmeckt  – das gilt gerade für jene Menschen, die sich für eine vegane Lebensweise aus nicht ethischen Gründen entschieden haben.


Ja, dachte ich. Trifft. Ich brauche keinen veganen Käse, der wie eingeschlafener Indianerfuß schmeckt, ich bin ohne Seitanweihnachtsgans sicher glücklicher und auch Sojajoghurt konnte mich geschmacklich nicht überzeugen. Es gibt sie, diese Fertigprodukte zur Erleichterung des veganen Lebens. Im Heft werden dieses mal verschiedene vegane Fertigburger getestet. Wie ich auch schon mit Freundin und Sohn Fertigbratlingszeugs getestet habe. Und genau wie im Burger-Test des Hefts, fielen unsere Bewertungen teilweise sehr unterschiedlich aus.

Leider fiel der Burger aus Lupinen bei allen durch, und das wo er mit Abstand der teuerste der fünf getesteten Burgerprodukte war. Und dabei war ich nach dem Beitrag bei X:enius doch so neugierig auf Lupinen-Produkte geworden. Sollte ich es mir nochmal überlegen?

Egal. „Sobald man sich wegbewegt von der Verwendung simpler Grundzutaten… “ und genau das tun wir morgen nicht. Weil wir unsere Burger selbst herstellen, nach dem bekannten und bewährten VfY-Rezpt. Dazu gibt es aber statt Zucchinidip einen leckeren Rotkohlsalat. Ob ich euch Bilder davon zeigen kann weiß ich noch nicht. Denn derzeit kocht mein Mann am Wochenende, damit ich mehr Zeit fürs Lernen habe. Daher gibt es dazu kein Rezept, ich konsumiere einfach. Aber unter der Woche gibt es hier derzeit häufiger veganes Convinience. Für mehr reichen die Nerven nicht. Das ist auch der Grund, warum es derzeit fast keine Rezepte auf meinem Blog zu sehen gibt, sondern eher so Drumherum-Infos. Aber zwei Termine kann ich schon verraten. Am 17. Dezember habe ich ersten Blog-Geburtstag. Und da gibt es was besonderes. Und am 1.1.2015 lebe ich genau ein Jahr (teilzeit-)vegan und es wird Zeit für einen Rückblick. Gewicht, Erfahrungen, Veränderungen, Reaktionen… Und jetzt werde ich mich wieder meinen Studien widmen und mich lieb bekochen lassen. Ich hoffe ihr steht diese Saure-Gurken-Zeit gemeinsam mit mir durch, auch wenn es gerade wenig zum Nachkochen gibt. Und Emmi sei versprochen: Heute abend wird der Hefeteig angerührt!

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2 Gedanken zu „Mit Veganern kann man’s ja machen

  1. So geht es mir mit dem veganen Angebot in Restaurants. Letztens war ich in DEM angesagten Frühstückscafe in Berlin und habe das vegane Frühstück probiert. Knapp 9€ für 3 EL-große Brotaufstriche. Rote Bete (nur püriert und aus dem Glas – ungewürzt), irgendwas mit Kürbis (war echt lecker) und Guacamole (zu viel Zitrone und warum sowas zur Schrippe???). ich habs noch nicht mal ansatzweise gegessen und der Kellner meinte nur: naja, ist halt vegan, da fehlt halt mmer irgendwie was – neee, das ist der Grund warum die Leute denken vegan schmeckt nicht.

    • Solche Erfahrungen dienen der Sache nicht wirklich. Das ist nicht mit Herz gemacht und das schmeckt man dann auch.
      Ich werde im Frühjahr für 2 Tage nach Berlin gehen und hoffentlich andere vegane Restaurants kennenlernen.
      LG, Britta

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