Ist eine radikale Ernährungsumstellung immer gesund? (Etwas Medizin muß sein)

Aufgrund meiner damaligen Gallenstein-Poblematik habe ich mich die Tage mit einer befreundeten Internistin unterhalten und sie gefragt, ob sie denn nun der Meinung ist, dass meine spontan wanderlustig gewordenen Gallensteine durch die radikale Ernährungsumstellung den Impuls bekommen haben oder ob es eher so sein könnte, dass gerade durch die gesunde Lebensweise eher Schaden abgewendet wurde. Ihre Antwort hat mich überrascht und ich finde das Wissen darum auch für diejenigen nicht unerheblich, die sich mit dem Gedanken tragen, ebenfalls auf vegane Kost umzusteigen.

  1. Nahrungsangebot
    Je nach Nahrungsangebot ändert sich die Zusammensetzung des Gallensaftes. Was nicht gebraucht wird, wird auch nicht mehr in so großer Menge zur Verfügung gestellt. Eine clevere Lösung des Körpers, um Kräfte zu sparen. Allerdings kann bei extremen Ernährungsumstellungen zunächst ein Ungleichgewicht entstehen. Bei meiner eigenen Recherche bin ich darauf gestoßen, dass kleine Schwankungen bereits zu Gallensteinen führen können, insbesondere dann, wenn es irgendwo Ver- engungen der Gallengänge gibt und es gelegentlich zu Stauungen kommt. Das be- trifft in erster Linie das Ungleichgewicht der in der Leber über die Gallenflüssigkeit abgeführten löslichen Stoffe (Gallensäure, Lezithin, Calciumcarbonat, Bilirubin als Abbauprodukt der roten Blutkörperchen in der Leber, sowie Cholesterin).Wie schnell sich Gallensteine bilden konnte mir keiner so recht beantworten. Ich habe im Netz aber Erfahrungsberichte gefunden, bei denen von wenigen Wochen gesprochen wurde. Nun, keine schöne Aussicht, dass ich mir mit der VFY-Challenge eventuell eher meine Gesundheit ruiniert habe, anstatt gesünder zu werden.
  2. Gewichtsabnahme
    Problematisch für die Entstehung von Gallensteinen ist auch eine schnelle Ge- wichtsabnahme, insbesondere wenn zu wenig Fette zugeführt werden. Ich finde, man kann nicht davon sprechen, dass die Rezepte bei der VFY-Challenge besonders fettarm sind. Im Gegenteil. Es sind nur andere Fette. Trotzdem wird meiner Ansicht nach auch Wert darauf gelegt, dass die Ernährung nicht mangelhaft ist.Letzlich bewiesen aber auch meine Blutwerte über die Wochen (Harnstoff-Stickstoff),  dass ich abgenommen hatte. Aber sind 4kg in 3 Wochen viel? Ich finde nicht. Im Netz lese ich von 25kg in 4 Wochen und ich finde, da bin ich weit von entfernt.
  3. Flüssigkeit
    Bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr dicken alle Körpersäfte ein. Auch der Gallensaft. Dies kann ebenfalls zu Steinbildung führen. Aber genau das war ja in der Challenge die Aufgabe: genügend trinken! Und wie ich aus Berichten anderer Challenger erfah- ren habe, fiel es diesen ebenfalls schwer, die angegebenen Mengen zu trinken, die man trinken sollte. Nein, das kann ich definitiv ausschließen.

Bleibt also das Risiko der radikalen Ernährungsumsellung. Ich würde daher mit heutigem Wissen nicht mehr von 0 auf 100 starten. Ich würde langsam anfangen 2-3 mal pro Woche vegan zu leben und nach 4-6 Wochen erst aufs komplette Programm umsteigen.

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8 Gedanken zu „Ist eine radikale Ernährungsumstellung immer gesund? (Etwas Medizin muß sein)

  1. Ja, ja … Die lieben Gallensteine! Aus meinen Kursen kenne ich das bei den Fasterinnen, bei denen sich die Steine beim Fasten auf die Reise machen. Das bedeutet ja aber nicht, dass sich welche gebildet haben sondern, dass sie nun losgelassen werden können. Bis auf dass es von der Sache her blöde ist, doch eher ein gutes Zeichen!? Kennst Du die Kur, mit der Du Deine Steine auspinkeln kannst?? Und … Kennst Du die Zusammensetzung Deiner Steine? Dann lässt sich nämlich ganz gut spannende Ursachenforschung betreiben 😊

    • Wenn man in 5 Wochen 4 mal mit dem RTW wegen Pankreatitis in die Notaufnahme kommt denkt man weniger an Kur sondern nur noch an OP. :-/
      Nein, die Zusammensetzung meiner Steine kannte ich nicht. Ich gehe wirklich davon aus, dass sie sich eher kurzfristig gebildet haben, weil es eigentlich nur Sludge war, was auf dem Ultraschall zu sehen war. In Verbindung mit einem Engpass im Gallengang und schon ist das Desaster perfekt…
      Aber erzähl mal, was für eine Kur wäre die Kür gewesen?

      • Hier ist die Kur (Kür ist ein schöner freudscher Versprecher) … Sprich sie UNBEDINGT vorher mit Deiner Ärztin ab!!! Sechs Tage lang trinkst Du über den Tag verteilt je einen Liter guten Apfelsaft. Die Säure im Apfelsaft weicht die Steine auf und vereinfacht das Ausscheiden über die Gallengänge. Abends am 6. Tag zwei Gläser Wasser je mit Bittersalz trinken. Das bewirkt eine Weitung der Gallengänge und eine sanftere Ausscheidung der Steine. Direkt vor dem zu Bett gehen noch 1 Glas frischen Pampelmusensaft mit 5 EL Olivenöl (das empfiehlt man übrigens auch Schwangeren, die sonst die künstliche Einleitung der Geburt fürchten) und ab ins Bett. (Ein Leberwickel wäre SEHR unterstützend). Nachts folgen Toilettengänge oft, bereits mit Gallensteinen. Am nächsten Abend das gleiche Procedere. Dann machst Du eine Pause von einem Monat und wiederholst das Ganze. Insgesamt bis zu 5 – 6 Mal. — Ich habe hier wirklich sehr gute und vor allem nachhaltige Ergebnisse erzielen können!

      • Leider zu spät für mich. Hätte ich mal vorher wissen sollen. Aber falls mal das Gespräch drauf kommt weiß ich wo ich nachschauen kann. Danke.
        Nur noch eine Rückfrage: Die 6 Tage ißt man dann sonst nichts oder ganz normal? Letzteres, oder?

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