Sonntagsbrötchen um halbneun

Ich musste heute un-be-dingt mein neues Baguette-Backblech ausprobieren! Und da unser Lieblingsbäcker am Samstag schon zu hatte, lag es nahe es nochmal mit den Brötchen zu versuchen. Hier also jetzt mit Rezept und Zeitplan. Denn oft ist es ja so, dass man nicht so recht weiß, wann man mit Teigmachen anfangen muss, damit man um 23 Uhr noch pünktlich ins Bett hüpfen kann und wann man morgens aufstehen muss, damit man rechtzeitig um halbneun frühstücken kann. Morgens müsst ihr jedenfalls eineinhalb Stunden einplanen, bevor ihr leckere Frühstücksbrötchen habt.

  • 180g Weizenmehl Type 405
  • 125ml warmes Wasser
  • 1 geh. TL Salz
  • 1/4 Würfel Frischhefe
  • 2-3 EL Sauerteigansatz aus Roggenvollkornmehl (ca. 40g)
  • 1 Baguette-Backblech

Samstag, 18:00 Uhr
Ich messe Weizenmehl und warmes Wasser ab, mische die zerbröselte Frischhefe in einem kleinen Glas mit einem Teil des Wassers und gebe das Mehl zusammen mit dem Salz in die Rührmaschine. Mehl und Salz werden kurz durchgemischt, Sauerteigansatz und Hefe-Wasser-Mischung während des Rührens zugegeben und so lange Wasser beigemischt bis sich ein schöner Teigklumpen bildet, der sich gut vom Rand löst. Das dauert mit einer Maschine nur etwa 1 Minute, von Hand natürlich wesentlich länger. Danach wird die Arbeitsfläche bemehlt und der Teig 5 Minuten von Hand durchgeknetet, indem der Teig mit dem Handballen flachgedrückt wird und die entstehende hintere Wulst mit den Fingern über die flachgedrückte Stelle geschlagen wird. Nach einigen Malen wird die Teigrolle links und rechts zur MItte hin eingeschlagen und von neuem begonnen.

Der Backofen wird auf minimalste Stufe erwärmt, meist sind das 50°C und danach sofort ausgeschaltet, damit sich nicht alles zu sehr aufheizt. Eine viereckige Plastikschachtel wird mit 1/2 TL Öl eingeschmiert, die gewirkte Teigrolle längs hineingelegt, mit einem Handtuch abgedeckt und das ganze in den warmen Backofen gestellt. Nun ist es 18:30 Uhr, Zeit fürs abendliche Kinderprogramm…

Samstag, 22:00 Uhr
Der Samstagabendfilm ist fertig (oder wer die Privaten schaut, nutzt eine Werbepause). Zeit sich in die Küche zu begeben. Der Teig ist auf deutlich mehr das doppelte aufgegangen und wird auf eine bemehlte Arbeitsfläche gestürzt. Er lässt sich wunderbar aus der geölten Form entfernen. Das werde ich nun immer so machen! Ohne den Teig nochmal zu kneten habe ich die Masse mit dem Messerin fünf Teile geteilt. Na ja, ich habe einen Versuch gestartet und die beiden runderen Enden kleiner geschnitten und die geölten Unterseiten der beiden Teile zusammengeklebt, so dass die Schnittflächen nach oben zeigen (das hinterste Brötchen auf dem Bild). Die Enden habe ich ganz leicht verknetet, damit sie nicht auseinanderspringen. Ich finde, dieses Brötchen ist am besten geworden. Deshalb werde ich zukünftig den Teig in 6 Teile schneiden und 3 Brötchen (aus je zwei zusammengesetzten Teilen) daraus machen. Ein Backpapier wird auf die Breite der Schachtel geschnitten und fünf mal so gefaltet, dass 4 Mulden entstehen. Sonntagsbrötchen in SchachtelDie Ränder sollten möglichst weit oben raus stehen, damit die aufgehenden Brötchen später nicht aneinander kleben. Dann wird das Backpapier eingelegt, ganz leicht bemehlt und die Teiglinge in die Mulden gegeben. Sie gehen dabei etwas zusammen, sollten aber wieder hochkommen. Die Schachtel wird mit einer Frischhaltefolie abgedeckt und über Nacht in den Kühlschrank gestellt. Nun ist es etwa 22.15 Uhr und die Werbepause ist vorbei.

Sonntag 3:00 Uhr
Der Blogbeitrag, den ihr schon immer fertig schreiben wolltet ist endlich veröffentlicht. Zeit die Schachtel mit den Teiglingen aus dem Kühlschrank zu nehmen. Sie sind kaum mehr aufgegangen und sehen irgendwie etwas traurig aus.

Wer nicht um 3 Uhr aufstehen will kann den Teig auch an einem nicht zu warmen Ort bis zum nächsten Morgen stehen lassen.

Sonntag 7:00 Uhr
Ohne sich einen Wachmacher zu gönnen wird noch im Halbschlaf der Backofen auf 250°C erwärmt und das Baguetteblech mit einem ölgetränkten Tuch leicht eingefettet. Zusätzlich heizt ihr auf unterster Schiene ein Blech (oder eine feuerfeste Form auf dem Ofenboden) mit auf.

Brötchen auf BaguetteblechDie Folie wird von der Schachtel entfernt. Die Teiglinge werden vorsichtig entnommen, auf das Baguetteblech gelegt und mit einem sehr scharfen Messer im spitzen Winkel zur langen Seite etwas eingeritzt. Bis auf das zusammengesetzte. Dann nehmt ihr eine Sprühflasche mit Wasser und sprüht die Brötchen gut ein. Alternativ kann man das auch vorsichtig mit einem wasserbenetzten Pinsel machen.

Bevor ihr die Brötchen einschiebt wird ins Blech unten eine Tasse Wasser gegeben (Achtung, aufsteigender Wasserdampf!), der Ofen sofort wieder verschlossen und die Temperatur auf 220°C runtergeregelt. Die Wasseroberfläche sollte so groß sein, dass das Wasser nach etwa der Hälfte der Backzeit verdampft ist und die Schwaden am Ende des Backvorgangs weg sind. Sobald das Wasser köchelt, also nach 1-2 Minuten, könnt ihr die Brötchen in den Ofen geben. Nun je nach gewünschtem Bräunungsgrad 30-40 Minuten backen.

Sonntag 7:20 Uhr
Zeit sich einen ersten Kaffee zu machen und sich mit der Sonntagszeitung gemütlich in die Ecke zu setzen und eine gute halbe Stunde die Ruhe zu genießen. Die besonders sportlichen nehmen einen VfY-Juice zu sich und nutzen die Zeit für ihr Morgenworkout, die ruhigeren Gesellen machen Yoga oder meditieren. Die besonders kommunikativen rufen die beste Freundin an, die sich sicherlich über den unerwarteten Anruf freut. *kicher*

Sonntag, 8:00 Uhr
Der Küchenwecker klingelt. Die Brötchen sind fertig und werden aus dem Ofen genommen. Dabei bitte nicht die Finger verbrennen! Auf einem Rost oder Tuch können sie etwas auskühlen. Die Familie wird geweckt, der Frühstückstisch gedeckt.Sonntagsbrötchen um halbneun

Sonntag, 8:30 Uhr
Früüüüühstück! (Achtung, das Video ist nicht jugendfrei ;-))

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6 Gedanken zu „Sonntagsbrötchen um halbneun

  1. Also, da schließ ich mich an … Das sind ALLES keine Zeiten in meinen Aktivitätszeitfenstern … Aber ich hoffe, Deine Familie weiß das zu schätzen! Na … Und das Video … Das gibt ja endlich mal einen Einblick in das Leben mit Deinem Lieblingsmann *kicher*

    • Ja, im richtigen Leben heiße ich Anke. 😛
      Normalerweise habe ich auch besseres zu tun als Sonntags um 7 aufzustehen. Aber wir hatten heute eine Schneeschuhwanderung geplant und mussten um halbzehn los. *jammer*

      • Du hast die Nacht also quasi durchgemacht und dann noch wandern…nochmal entsetzt Augen aufreiß… du weißt doch, ich bin 43 und brauch meinen Schlaf

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