Und denk dran: Keinen Dill!

Das ist schon eine eigenartige Sache mit den Gewürzpflanzen. Am Samstag hatte ich so Lust auf Frühling, dass ich kurzerhand den Lieblingsmann schnappte und in den Gartenmarkt geschlept habe. Na ja, sehr gewehrt hat er sich nicht. Im Gegenteil. Ich glaube er sehnt sich auch nach Frühling und Frühlingsdeko. Nachdem wir also Schnittblumen, Hyazinthen und lustige Gelkügelchen zur Deko gekauft haben, kamen wir vor der Kasse noch an einem Rollregal vorbei, auf dem uns frische grüne schmackhafte Kräuter angelacht haben.

Schau mal, Koriander!“ rief der Lieblingsmann erfreut aus und zog ein Töpfchen hervor. Denn dieses Kraut gibt es hier wahrlich nicht häufig frisch im Topf zu kaufen, wie wir inzwischen feststellen durften. Zumindest nicht um diese frühe Jahreszeit. Ein kurzer Blick von mir, ein „Ja, nimm mit“ und der Busch landete im Einkaufswagen. „Sollen wir noch Petersilie mitnehmen? Die in den Kästen sieht nicht so aus, als ob sie noch lebt.“ Ein guter Vorschlag, wie ich fand. „Klar, pack auch noch einen Topf Petersilie ein. Bis unsere im Kasten wieder fit ist dauert es ja auch.“ meinte ich.

Nun freue ich mich also seit Samstag darauf, etwas mit diesem  frischen Koriander anzustellen und habe heute morgen extra das Kichererbsen-Linsencurry aus der Tiefkühltruhe herausgenommen, weil ich es damit würzen wollte. Der Reis war gekocht, das Curry erwärmt. Jetzt nur noch den Koriander schneiden. Ich pflückte einige Blättchen in heller Vorfreude, schnitt sie klein und wunderte mich schon über den fehlenden Geruch. Ich probierte und war mehr als irritiert. Tja, wer lesen kann ist klar im Vorteil:Männer und Gewürze

Es wurde also nichts mit meinem wundervollen Korianderaroma im Curry. Stattdessen habe ich es mit Petersilie bestreut und mir vorgestellt wie es wäre, wenn Petersilie wie Koriander schmecken würde.

Was hat das nun mit Dill zu tun, fragt ihr euch? Ganz einfach. Vor Urzeiten habe ich meinen damaligen Freund zum Markt geschickt, er möge für das italienische Essen mit Freunden zwei Bund frischen Basilikum besorgen. Er kam zurück mit zwei Bund Dill. Ich schaute verwundert, was wir damit sollten und er meinte ohne Scherz „Na du hast doch gesagt ich soll Basilikum mitbringen. Ah ja.

Ich öffnete die Balkontür, zeigte auf unseren Riesenbusch Dill (ich hatte in dem Jahr selbst gesäht und weil sich nichts tat, habe ich nachgesäht. Und dann ist plötzlich alles explodiert!) und sagte, dass wir sicher jedes Kraut brauchen könnten, aber sicher keinen Dill. „Ah, deshalb kam mir der Basilikum heute so bekannt vor.“ meinte er daraufhin. Seitdem gibt es, wenn ich jemanden beauftrage Basilikum mitzubringen, hier den Spruch mit auf den Weg: Und denk dran, keinen Dill!

Nur bin ich dieses mal selbst hereingefallen und habe mich von der Korianderpetersilie ins Bockshorn jagen lassen. Und nicht genug, dass wir den falschen Topf gegriffen haben, nein, wir haben auch gleich ZWEI Töpfe Petersilie imtgenommen. Nun ja, Petersilie ist der neue Dill, wie mir scheint.

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7 Gedanken zu „Und denk dran: Keinen Dill!

    • Ja, frischer Koriander ist irgendwie selten. Ich bin bisher noch nie reingefallen beim Kräuterkauf. Vor allem nicht wenn es so FETT raufgedruckt ist. Aber ich hab schon eine Idee und werde demnächst Omas Petersiliensuppe probieren zu veganisieren. 😀

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