Manche Tage ist es einfach wie verhext (vegane Köttbullar)

Dies ist ja erwiesenermaßen kein Vegan-Gourmet-Blog. Nein, hier berichte ich auch über Mißerfolge, Pleiten und Pannen in meiner Küche. Und ein solcher Pleiten-Beitrag kommt nun. Passend zur Eissaison-Pleite war auch das MiIttagessen heute keine nachahmenswerte Leistung.
Da wollte ich es einfach mal versuchen mit den veganen Köttbullar, habe im Netz nach Rezepten gestöbert und war der Meinung, dass es so schwer doch nicht sein kann. Ha! Nun bin ich schlauer. Es kann schwer sein. Der Lieblingsmann meinte als Fazit: „Es erinnert von der Konsistenz an Tofu-Wurst. Aber dein Gewürz reißt es echt raus.“ Na immerhin. Aber die Konsistenz der Bällchen war nicht das einzige. Trotzdem fing alles ganz vielversprechend an.

Ich habe aus Tofu, Knoblauch, Zwiebeln, Öl, Mandelmus, Sojasoße, Wasser, Gewürzmischung, Dinkelflocken und Paniermehl einen selbstkreierten Teig hergestellt und schöne Kügelchen geformt, die sich wunderbar anbraten ließen und auch nicht festklebten. Aber schon bei der Zubereitung der Soße fing das Desaster an. Wir hatten vergessen Hafersahne zu kaufen und so behalf ich mir mit Sojamilch und Speisestärke. Leider habe ich beim Mandelmus etwas zu tief ins Glas gegriffen und so war die Soße etwas sehr sähmig.

Mein nächster Fehler bestand darin, die fürs Umami nötigen Hefeflocken an der Soße zu vergessen. Der dritte Fehler war, die zu sähmige Soße über die in der Auflaufform im Backofen fertig gebratenen-gebackenen Bällchen zu gießen und das ganze zum warmhalten in den Ofen zu stellen. Aber das stellte sich erst zum Schluß als Fehler heraus. Vor lauter Entzücken über die schön aussehenden Köttbullar hatte ich nämlich ganz vergessen die Kartoffeln aufzusetzen. Also schnell noch den Lieblingsmann zum Kartoffelschälen rekrutiert, kleine Würfel geschnitten und in 15 Minuten einen Expresskartoffelbrei gezaubert. Immerhin der war 1a.

In der Zwischenzeit war die Soße im Ofen derart eingedickt, dass man eher von einem Auflauf mit Tofubällchen reden konnte als von Bällchen in Soße. Dummerweise hatte ich zuerst die fehlenden Hefeflocken über die Bällchen gestreut und wollte sie unterrühren, als ich merkte, dass das mit dem Unterrühren unmöglich war.

Auf dem Teller sah es nicht besonders appetittlich aus: In bröckeliger Soße befindliche Brotbällchen mit Hefeflocken-Klumpen. Vom Gefühl her waren die Bällchen zu glatt und erinnerten auch hier eher an Brot denn an Fleischbällchen. Außerdem waren sie viel zu trocken. Man brauchte auf jeden Fall Kartoffelbrei, Preiselbeeren und einige Schlucke Weißwein dazu.

Ich muss gestehen, dass Junior heute morgen alles richtig gemacht hat als er beim Frühstück fragte:
Was gibt es heute zu essen?
Vegane Köttbullar.“
„Ich esse heute bei Oma!

So ist der junge Mann heute zur Großmutter abgezogen und hat Bratwurst im Brötchen genossen. Gute Wahl, wie ich neidlos eingestehen muss. Und hier die ganze Pleite kurz in Bildern:

Insegsamt 28 Tofu-Bällchen warten auf ihren Einsatz zum veganen Schwedengericht zu werden.

Insegsamt 28 Tofu-Bällchen warten auf ihren Einsatz zum veganen Schwedengericht zu werden.

In der Pfanne ließen sich die Bällchen gut anbraten und sahen wirklich lecker aus.

In der Pfanne ließen sich die Bällchen gut anbraten und sahen wirklich lecker aus.

Die Soße häte ich besser nicht über die Bällchen gießen sollen sondern getrennt servieren. Das nächste Mal bin ich schlauer.

Die Soße häte ich besser nicht über die Bällchen gießen sollen sondern getrennt servieren. Das nächste Mal bin ich schlauer.

Ein Köttbullar-Auflauf mit Hefeflockenkrümeln ist optisch nun nicht so ansprechend.

Ein Köttbullar-Gemansche mit Hefeflockenkrümeln ist optisch nicht so ansprechend.

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6 Gedanken zu „Manche Tage ist es einfach wie verhext (vegane Köttbullar)

  1. Ja, an manchen Tagen sollte man sich gern der Küche halten … Du Arme … Und hast sicher Stunden in der Küche zugebracht für Eis und Klopse … 😟… Dafür hatte ICH wieder was Witziges zu Lesen 😜

  2. Nun, ich hätte das, was Du da auf dem Teller präsentierst, dennoch probiert. Ich kämpfe heute auch mal wieder. Nachdem ich diese Woche schon mit veganem Schokokuchen meine liebe Not hatte, hab ich heute veganen Zitronenkuchen gebacken. Laut Rezept 180°C und mindestens 60 Minuten…. Wie gut, dass ich nur 150°C Umluft und nur 45 Minuten tatsächlich gebacken habe. Außen ist er schön gebräunt. Jetzt hoffe ich nur, dass er morgen früh nicht innen feucht ist. Also Kücheneskapaden kenn ich auch zu gut. 😉 Dran bleiben, nochmals wagen. Siehe mein Versuch mit Deiner Lauch-Karotten-Tarte. 😉

    • Jeder Ofen ist ein bißchen anders. Ich empfehle ein Braten- oder Ofenthermometer zu nehmen und mal zu schauen ob dein Ofen evtl. Mondzahlen auf dem Temperaturknopf angemalt hat. 😀
      Zitronenkuchen klingt gut. Da hätte ich auch Lust drauf. Stellst du das Rezept ein?

      • Das ist ja mal eine Idee. Da bin ich noch nicht drauf gekommen. 🙂
        Das Rezept stell ich gleich ein, bin grade am Schreiben. 🙂

  3. Ostern steht vor der Türe und du fragst dich was du kochen sollst ? Oder hat ein super tolles Rezept welches du unbedingt mit anderen teilen willst ? Dann wäre unsere Blogparade „no eggs on easter“ bestimmt etwas für dich ! Blogger die sich zu einem Thema austauschen und alle zusammen ein wunderbares Ostermenü auf den Tisch zaubern. Egal ob salzig, süß oder außergewöhnlich – wir brauchen DEIN Rezept.
    Die Teilnahmebedingungen kannst du hier nach lesen :
    http://veggieundvegan.de/blogparade-no-eggs-on-easter-macht-mit/

    Liebe Grüße
    #noeggsoneaster

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