Wurscht mit Sempf!

Ich war heute mutig. Sehr mutig. Ich habe heute eine vegane Tofu-Wurst in der Mensa gekauft. Der Stand von CurryQueen wurde irgendwann einmal angekündigt. Ein Unternehmen mit Stammgeschäft in Hamburg, das sich auf die Fahnen schreibt „worlds findest currywurst“ zu servieren.Wie es ausgerechnet hier in den Süden kommt bleibt ein Rätsel, das ich noch nicht lüften konnte. Tolle Curry-Variationen von mild bis oberhammerscharf kann man bestellen, eine angeblich selbstgemachte Soße dazu… klingt lecker?

Heute habe ich die Werbung dazu in der Mensa entdeckt, als ich mit dem Junior dort war. Selbstverständlich hatte ich vorher, zusammen mit salzlosen Reiswaffeln, brav meine Kürbis-Paprika-Suppe gegessen, die in der Mikro der Praktikumsstelle aufgewärmt wurde (merke: Deckel umfunktionierter Joghurtbecher besser abnehmen, weil die schmelzen!). Denn hunderten von Leuten beim Essen zusehen während man selbst hungrig ist, fühlt sich nicht so gut an.

Wer jetzt meint, ich hätte ja Pommes essen können, darf sich sagen lassen, dass diese letztes mal nicht nur nach Pommes schmeckten. In dem Fett wird sicher mehreres frittiert was Gott weiß und was er nicht weiß. Und als ich heute so in der Mensa saß und mich satt und zufrieden umschaute, fiel mir zunächst nur der Name auf: Curry Queen. Nicht King sondern Queen. Das allein schon machte mich neugierig. Ich war sehr überrascht, auf dem Hinweisschild eine vegane Wurst mit Senf und Brot zu endecken. Für ca. 1,60€.

Sofort lief mir das Wasser im Mund zusammen. Ich dachte an eine knackige, fettige Wurst, gut gewürzt mit Kräutern, saftig und scharf angebraten, dazu eine Scheibe frisches Mischbrot oder knackiges Baguettebrötchen und einen großen Klecks leicht scharfen Senf. Ja, das stellte ich mir vor. Bekommen habe ich das hier:CurryQueen Tofu-WurstDie Wurscht wurde nicht von einer Grillplatte geholt, sondern aus irgendeinem Wärmeschrank. Sie war nicht sonderlich heiß und konnte problemlos mit den Fingern angefasst werden. Das saftige Mischbrot entpuppte sich als die letzten Reste von Baguette, allesamt Endstücke. Wer um halbzwei kommt, darf nicht mehr viel erwarten. Erst recht kein frisches Brot. Nein, maximal angetrocknet. Vermutlich lag es da schon etliche Stunden aufgeschnitten. Und mangels Qualität hält sowas ja nicht wirklich. Da hilft auch keine Werbung für Superkalbswurst. Altes Brot ist immer Bäh!

Die Wurst schmeckte nach Salz. Das war auch schon alles, wie ich fand. Nach drei Bissen wünschte ich mir eine Standleitung zum örtlichen Wasserwerk und ein Fläschchen Öl. Der Senf riß es geschmacklich auch nicht raus. Irgendwie wollen die vegane Wurst und ich nicht zusammenkommen.

Aber ich werde doch noch einmal mutig sein und eine Currywurst probieren. Ich hoffe auf positive Überraschung. Drückt mir die Daumen und erinnert mich daran, die Magnumwasserflasche mitzunehmen!

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11 Gedanken zu „Wurscht mit Sempf!

    • *lach* Oh, vielen Dank der Nachfrage. Ich bin diesbezüglich nicht sonderlich empfindlich. Aber daheim habe ich dann erst mal wie ein Kamel an der Tränke gelegen!
      Die Wurst war definitiv nicht aus Plastik. Aber ich gebe dir recht, seltsam sieht sie aus. Sehr seltsam!

      • Ich erinnere mich dunkel an meine allererste Tofuwurst Anfang der 90er. Als vergessen wurde, das Plastik außenherum abzumachen.. 😀

      • Ekelhaft und viel zu trocken. 🙂
        Sollte man besser weglassen. Klein geschnitten in selbst gemachter Currywurstsauce gehen sie natürlich auch, aber ehrlich gesagt esse ich dann doch lieber eine richtige Wurst vom Bauernhof-Metzger meines Vertrauens 😉

      • Ja, das trifft es gut. Dann hat sich in den letzten Jahren ja nicht wirklich etwas geändert. War deine auch so salzig?
        Wenn eine „richtige“ Wurst flach fällt, dann bleibt ja nur sowas. Man gewöhnt sich an allem, hab ich mal gehört. Und ob es mit Currysoße besser wird werde ich dann auch mal probieren.

      • Hmm, an salzig kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber frische Kräuter wie Majoran dürften auch ausreichend Geschmack geben. Mit Vegi-Würsten spielt die Industrie mittlerweile gerne, meist sind sie noch nicht mal aus Bio-Zutaten. Nee nee, es gibt nur ganz wenige, die auch ein wenig schmecken und sie sind noch dazu übertrieben teuer. 🙂

  1. Habe mich gerade gefragt, ob Du untergetaucht bist und bin auf Deinen Blog … Dieser Wurschtpost wurde mir unterschlagen 😡 … Nu hab ich ihn ja aber gefunden 😀 … Curryqueen??? Hamburg??? Nie gehört!! Wenn ich Deine traurige Greenwashing-Alibi-Tofuwurst sehe, sollte man die anderen schon aus Prinzip ächten!! Da koch Dir mal lieber weiter Dein eigenes (leckeres) Süpocgen 😉

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