Panini in Greve gefällig?

Il Panino di Emilio findet man in der Via Guiseppe Garibald 7, Greve in Chianti, Italien

Das „Il Panino di Emilio“ findet man in der Via Guiseppe Garibald 7, Greve in Chianti, Italien

Wie kommt man zur Liebe für Panini? Diese wunderschöne, zwischen die Hälften eines Pane gepackte tomatige Frische? Nein, ein Panino ist mehr als ein belegtes Brötchen. Jedenfalls ist es nicht mit dem zu vergleichen, was man hierzulande als solches angeboten bekommt. Unser Liebingspanino ist mit Focaccio, ein eigentlich ungesalzenes, krosses Fladenbrot aus Hefeteig.mit einer gesalzenen Oberseite. Man kann es aber ebenso mit jedem anderen Brot zubereiten. Manchmal geht der Zufall wunderbare Wege. Und was einmal als Notlösung begann, wird zu einer Leidenschaft. Dass es bei einem Panino auch auf die Liebe bei der Zubereitung ankommt, haben wir aber erst in diesem Urlaub erleben dürfen: Bei Il Panino di Emilio.

Als wir vor über 10 Jahren das erste Mal ein verlängertes  Wochenende in der Toskana verbracht haben, haben wir Panini lieben gelernt. Unter anderem deshalb, weil wir zwei Tage gebaucht haben um zu verstehen, dass dortige Restaurants ihre Tische nur einmal am Abend besetzen und man dort entgegen sonstiger italienischer Lebensart eher früh essen geht. Wer um 22:00 Uhr abends ein Restaurant aufsucht, in der Hoffnung noch eine Kleinigkeit zu bekommen, wird sehr wahrscheinlich abgewiesen. So passierte es uns, das wir vor einem reich gedeckten Tisch in einer der gourmet-technisch schönsten Regionen Italiens hungern durften. Den ersten Abend, weil wir eben so spät ankamen, den zweiten Abend, weil wir es (noch) nicht besser wussten.

Am zweiten Abend wussten wir immerhin schon, dass es in der nächstgrößeren Stadt Greve in Chianti noch Panini zu kaufen gibt. Und so saßen wir an zwei von drei Abenden in der einzigen noch offenen Bar/Gelateria am Platz und verspeisten etwas enttäuscht unsere Panini, das einizige, was um 23:00 Uhr noch essbares zu erstehen war. Abgesehen von Gelato natürlich. Eigentlich schmeckten Panini super gut. Wenn man aber ein mehrgängiges Menü im Kopf hatte, ist es doch eher frustrierend.

Heute sind wir natürlich erfahrene Toskana-Touristen und wissen, dass man frühzeitig Hunger bekommen muss. Und deshalb haben wir rechtzeitig nach einer Essgelegentheit Ausschau gehalten. Mittags, und am besten vor 13:30 Uhr!

Alte Schalplattencover schmücken den Laden und Blechwerbeschilder schmücken den Laden und geben eine heimelige Atmosphäre.

Ein großes Familienfoto aus alten Zeiten, alte Schalplattencover und Blechwerbeschilder schmücken den Laden  und verbreiten eine heimelige Atmosphäre.

In Reminiszenz an alte Tage sind wir eher zufällig in diese kleine Paninibar gestolpert, in der am einzigen Tisch zwei urige Italiener bei einem Glas Rotwein ihr Panino gesnackt haben. Wir nahmen derweil auf Stühlen ohne Tisch Platz und überlegten, ob wir es auf die Hand nehmen sollten. Bis unsere Brötchen aber fertig waren, hatten die Italiener ihr Mahl beendet und der Tisch wurde frei. Praktisch!

Neben vielen verschiedenen Käse-, Schinken- und Salami-Varianten gab es auch ausreichend vegane Alternativen, die man sich für sein Panino selbst zusammenstellen konnte. Ich habe mich für Salat, Tomaten, in Öl eingelegte gegrillte Auberginen und Artischocken in Öl entschieden. Das Brot selbst wird mit Olivenöl beträufelt und mit etwas frischer Tomate eingerieben, bevor die Zutaten darauf kommen. Am Ende noch liebevoll mit Salz bestreut und mit Pfeffer frisch aus der Mühle versehen.Panino di Emilio

Die Karte im Il Panino di Emilio ist auch auf Japanisch lesbar. Das gibt internationales Flair, ist aber nur dem Umstand geschuldet, dass die Freundin der Panini-Macherin Japanerin ist, die gelegentlich Japan-Gruppen durch die Stadt führt. So ist das eben in Italien. Eine Hand wäscht die andere. 😉

Die Paninoteca ist etwas versteckt. Man findet sie aber leicht, wenn man den dreieckigigen großen Platz in der Innenstadt bis zur Spitze hochläuft und dann die Via Guiseppe Garibaldi noch bis hinter den Knick drei Meter weiter läuft auf der linken Seite. Sicher, Paninis gibt es überall in Italien zu kaufen. Aber häufig liegen sie fertig in der Auslage und man hat weder eine Kontrolle noch einen Einfluss darauf, was im Panino drin ist. Hier kann man nicht nur selbst bestimmen, was drauf soll, sondern auch noch zusehen, wie es draufkommt. Und das macht die Dame mit einer solchen Gelassenheit und Sorgfalt, dass es eine Freude war, ihr dabei zuzusehen.

Wenn ich es noch richtig im Kopf habe, ist nur bis 17 Uhr geöffnet. Wer Greve bei Tag besucht sollte hier unbedingt einen Snack einnehmen!

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