Dreierlei Varianten Kokoseis

Aus Kokosmilch lässt sich wunderbar einfach Eis zubereiten. Denn sie bringt viel Fett mit, das ausserdem einen schönen Schmelzpunkt hat. Das fühlt sich im Mund sehr warm an und sorgt dafür, dass sich das Eis auch im Gefrierschrank komplett durchgefrohren gut portionieren läßt. Soweit die Theorie. Die Praxis sah etwas anders aus. Mein erster Versuch mit Bio-Kokosmilch brachte mich auf die Idee, dieses Produkt zu variieren und zu schauen, was damit jeweils rauskommt.

Für etwa 10 Kugeln Eis braucht ihr:

  • 400ml Kokosmilch (denree) + 40g Kokosöl oder
  • 400ml Kokosmilch (Alnatura) + 20g Kokosöl
  • 1 geh. EL Speisestärke (nur bei Variante 3)
  • 100ml Agavendicksaft
  • 15g Zucker
  • 15g Kokosraspeln (2-3 EL)
  • 1 TL Johannisbrtkernmehl

Vorab: Einige Hinweis zur Kokosmilch
Ihr solltet bei der Herstellung unbedingt den Fettgehalt eurer Kokosmilch checken. So hat z.B. das denree-Produkt einen Fettgehalt von 17,5%, das von Alnatura einen von 22%, das von Rapunzel liegt mit 19% in der Mitte. Denn in der Dose von Alnatura sind 240g Kokosfleisch enthalten, in der von denree nur 160g. Verwendet ihr die Alnatura-Kokosmilch, so benötigt ihr daher weniger Kokosöl. Bei Werten dazwischen müsst ihr den Fettgehalt entsprechend anpassen. Laßt ihr das Fett weg um Kalorien zu sparen, so wird das Eis nicht mehr so gut portionierbar. Für kalorienreduzierte Kost sollte man sich daher besser anderes aussuchen, als ausgerechnet Eis. 😉
Außerdem muss man beachten, ob die Kokosmilch Bioqualität hat oder nicht. Denn Nicht-Bioqualität bedeutet immer auch, dass der Milch Emulgatoren und Verdickungsmittel zugesetzt sind. Diese dienen lediglich der Optik des Produkts, also dem Auge des Verbrauchers. Sie haben keinen Einfluss auf Haltbarkeit oder Geschmack.

Selbstverständlich kann man Kokosmilch aus Kokosflocken auch einfach selbst herstellen. Gut zum kochen oder zum einfach so trinken. Allerdings empfehle ich dies für die Eisherstellung nicht, da so der Fettgehalt nicht exakt bestimmbar ist.

Jetzt aber genug der Tipps und Theorie. Hier nun drei Varianten, je nachdem wie ihr lustig und launig seid, mit Bio, mit viel oder wenig Arbeitseinsatz davor oder dazwischen, mit ausreichend Vorbereitungszeit oder nicht, aber immer mit akzeptablem bis gutem Ergebnis.

1. Versuch: Zubereitung mit purer Bio-Kokosmilch

Alle Zutaten außer der Speisestärke in den Mixer geben und während des Mixens über ein Sieb das Johannisbrotkernmehl einrühren. Die Masse für 40 Minuten in die Eismaschine geben.

Während das Eis rührt, röstet ihr die Kokosflocken in einer beschichteten Pfanne ohne Öl langsam an, bis sie leicht gebräunt sind. Dabei solltet ihr sie immer wieder etwas schwenken. Danach müsst ihr die Flocken aus der Pfanne nehmen, damit sie nicht nachbräunen oder schwarz werden. Außerdem sollten sie natürlich abkühlen, bevor sie auf das Eis kommen.

Da sich hierbei das Fett oben absetzt und erkaltet, müsst ihr öfter mal das Fett in die Eismasse zurückgeben und mit einem weichen Teigschaber etwas zerkleinern. Am Ende wird die Masse nicht völlig durchgefroren sein. Ihr rührt die Fettstückchen so klein wie möglich unter, streicht die Oberfläche glatt, gebt die gerösteten Kokosflocken darauf und stellt das Eis für mindestens 3 Stunden in den Gefrierschrank.

Tatsächlich wurde es ein Eis. Leider merkt man gelegentlich die Fettklümpchen darin.  Außerdem macht es natürlich wenig Laune, für ein eher suboptimales Ergebnis nach 20 Minuten alle paar Minuten das Fett nach unten zu bringen. Also habe ich mir überlegt, wie es einfacher geht. Und das einfachste schien erst einmal…

2. Versuch: Zubereitung mit konventioneller Kokosmilch

Kokosmilch in Nicht-Bio-Qualität enthält Emulgatoren und Verdickungsmittel, die verhindern, dass sich Fett und Wasser voneinander trennt. Für die Eisherstellung ist das sicher von Vorteil denke ich mir und beschließe den zweiten Versuch mit einer solchen Kokosmilch.

Prinzipiell weicht die Zubereitung nicht von der ersten ab, einzig das drin rumstochern verhindert man und erhält ohne daneben zu stehen nach 40 Minuten ein herrliches Kokoseis. Wie oben schon beschrieben die gerösteten Kokosflocken obendrauf geben und für 3 Stunden in den Gefrierschrank stellen.

Aber geht das nicht auch in Bio? Schließlich kann ich auch selbst bestimmen, welches Bindemittel ich verwende und brauche dafür sicher keine ganze Latte an verschiedenen Stoffen. Außerdem wurde vor kurzem eine Studie veröffentlicht, die das in Lebensmittel (insb. in Eis!) häufiger verwendete Poysorbat 80 nicht ganz so gut aussehen läßt (doi: 10.1038/nature14232). Mein Ehrgeiz war geweckt und ich habe einfach mal probiert.

3. Versuch: Zubereitung mit Bio-Kokosmilch (zusätzlich Speisestärke)

Für den letzten Versuch benötigt ihr nun die Speisestärke aus dem Rezept. Ihr gebt das Kokoswasser in einem Topf. Am besten in die festgewordene oben schwimmende Sahne ein kleines Löchlein am Rand machen und das Wasser abschütten. Das Kokos-Wasser mit der Speisestärke kalt (!) glattrühren und mit dem Zucker zusammen unter Rühren aufkochen bis die Masse etwas eindickt. Vom Herd nehmen und in der noch warmen Milch das Fett und die zurückbehaltene Sahne auflösen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Ihr könnt selbstverständlich auch die gesamte Kokosmilch aufkochen. Insbesondere wenn sich die Sahne noch nicht abgesetzt hat. Macht ihr es nur mit dem Kokoswasser, so hat es den Vorteil, dass ihr nicht so viel aufkochen müsst, es damit auch schneller wieder kalt wird und ihr besser sehen könnt, wann die Masse eindickt. Die Zucker-Fett-Kokosmilch-Mischung mit Agavendicksaft in den Mixer geben und während des Mixens über ein Sieb das Johannisbrotkernmehl einrühren.

Die Masse war deutlich sähmiger als beim ersten Versuch und versprach ein gutes Eis zu werden. Das ganze wurde abermals für 40 Minuten von Trude durchgerührt. Währenddessen noch schnell die Kokosflocken anrösten und dann Nägel feilen, Bad putzen, fliegen üben oder mit der besten Freundin telefonieren.

Und wenn man die Freundin schon an der Strippe hat, kann man sie auch gleich zum leckeren Bio-Kokoseis einladen. 😉 Bis dahin könnt ihr dann auch noch schnell eine vegane und einfach zuzubereitende Schokoglasur herstellen, die flüssig aufs Eis gegeben wird und dort erkaltet fest wird. 😉 (und/oder einen leckeren Eiskaffee vorbereiten).

Und der Vergleich?

Im direkten Vergleich fällt die Stückigkeit des ersten Bio-Kokoseises ohne Bindung deutlich auf. Auch lässt sich das Eis nicht ganz so glatt protionieren. Die beiden anderen sind identisch, obwohl ich den Eindruck hatte, dass das Bio-Eis einen Tick mehr nach Kokos schmeckt. Es bleibt aber euch überlassen, welche Art Arbeit ihr euch machen wollt und welche Zusatzstoffe ihr verwendet. Mein Favorit ist eindeutig die Variante 3 mit Speisestärke und Bio-Kokosmilch.

Advertisements

2 Gedanken zu „Dreierlei Varianten Kokoseis

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s