Hanfmilch: Einfach herzustellen, lecker und gesund

Hanfmilch zweiter Versuch EyecatcherWenn man zu Hanfsamen recherchiert, kommen einem in erster Linie Ergebnisse unter die Augen, die Hanf als Rauschmittelpflanze beschreiben, oder als Nutzpflanze für die Faserindustrie. Dass Hanfsamen Ölsaat sind, die wertvolle Fette enthält, ist eher eingefleischten Kennern bekannt. Im Ernährungszusammenhang wird Hanf übrigens als Nutzhanf bezeichnet.
Aus geschälten Hanfsamen kann man mit ca. 15 Minuten Aufwand (die Einweichzeit nicht mitgerechnet) eine leckere Milch herstellen, die gut schmeckt und ernährungsphysiologisch äußerst wertvoll ist.

  • 40g Hanfsamen geschält
  • 600ml Wasser
  • 2 Datteln
  • 2 Prisen Salz
  • 2 EL Öl nach Belieben (z.B. Raps, Kokos, Distel etc.)
  • optional: Vanillemark, Zimt, Kardamom oder andere Gewürze

Die Hanfsamen werden mit Wasser und Datteln mehrere Stunden (am besten über Nacht in den Kühlschrank stellen) eingeweicht, danach im Mixer gut püriert und über ein Tuch, einen Nussmilchbeutel oder ein feines Sieb abgeseiht und der Rückstand noch etwas ausgedrückt. Danach wird das Öl zugegeben. Wer es besonders gehaltvoll möchte, kauft dafür Hanföl. So erhält man etwa 600ml Hanfmilch.

Der gefilterte Rückstand kann mit Trockenfrüchten und Fett zu kleinen Pralinen verarbeitet werden.

Der gefilterte Rückstand kann mit Trockenfrüchten, Nüssen oder Schokolade und Fett zu kleinen Pralinen verarbeitet werden.

Was diese kleinen Samenkörnchen so wertvoll macht sind die Inhaltsstoffe. Zum einen die seltene Zusammensetzung mehrerer essentieller Fettsäuren und dies auch noch in einem guten Verhältnis von 3:1 Omega-6 zu Omega-3. Damit enthält das aus Hanfsamen gewonnene Öl ein Vielfaches mehr an Omega-3-Fettsäuren. Ausserdem enthält Hanfsaat Gamma-Linolensäure. Dies ist an sich nicht besonders aufregend, denn ein gesunder Mensch ist in der Lage, diese selbst zu synthetisieren. Interessant wird es aber für Neurodermitiker, bei denen diskutiert wird, ob die Hauterkrankung durch die nicht funktionierende Synthese von Gamma-Linolensäure durch Linolsäure herrühren kann. Denn die direkte Einnahme von Gamma-Linolensäure verbessert häufig das Hautbild.

Zweitens ist zu erwähnen, dass Hanfsaat alle essentiellen Aminosäuren enthält. Gerade die von Veganern mit Vegankritikern immerwährend geführte Eiweisszufuhrdiskussion ist damit wohl um ein stichhaltiges Argument reicher geworden für mich.

Lange Rede kurzer Sinn: Hanfmilch und Hanfsamen müssen hier auf unseren Speiseplan! Leider kann man kaum irgendwo Hanfmilch kaufen. Mir ist sie zumindest bisher noch nicht aufgefallen. Allerdings enthält zumindest das im Internet bestellbare Produkt von Ecomil Emulgatoren wie Tapiokastärke und Sonnenblumenlezithin. Ob man das braucht muss man selbst entscheiden. Tatsache ist, dass sich die selbst hergestellte Hanfmilch sehr schnell trennt. Einfaches Aufschütteln genügt, um daraus wieder eine einheitlich aussehende Milch zu machen. Wofür also solche Zusätze?

Hanfmilch aus geschälten Hanfsamen

Hanfmilch aus geschälten Hanfsamen

Hanfmilch ist wirklich einfach herzustellen, man braucht dafür nur ein wenig Vorbereitungszeit. Eine 150g-Dose kostet hier 4€ und man kann damit etwa zweieinhalb Liter Hanfmilch herstellen. Damit kostet der Liter Hanfmilch etwa 1,80€, was zugegeben nicht besonders günstig ist, wenn man an selbstgemachte Hafer- oder Dinkelmilch denkt (Preis pro Liter deutlich unter 1€), aber im Vergleich zu meiner natumi-Dinkelmilch für 2,19€ ist Hanfmilch immer noch günstiger.

Mit der Zugabe von Salz muss man vorsichtig sein. Beim ersten Versuch war ich damit zu sparsam, bei diesem dafür zu großzügig. Also besser vorsichtig anfangen und herantasten. Der geschmackliche Unterschied zur Verwendung geschroteter Hanfsaat ist übrigens deutlich. Beim ersten Mal habe ich geschroteten Hanf genommen, die Milch war sehr wässrig. Beim zweiten mal den geschälten Hanf und die Milch hat deutlich an Geschmack gewonnen.

Junior hat heute ein wenig Hanfmilch in seine normale Milch gemischt und meinte, dass er die Milch zwar rausschmeckt, es aber akzeptabel ist. Ich werde das mit ihm jetzt mal einige Wochen testen und schauen, was seine geplagte Haut dazu sagt. Schaden wird es jedenfalls nicht. Wir werden ein wenig damit experimentieren und Hanfsamen im Müsli versuchen, sowie Hanfpralinen herstellen. Mal schauen, was beim Kind am besten ankommt. 😉

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7 Gedanken zu „Hanfmilch: Einfach herzustellen, lecker und gesund

  1. Ich freu mich ja, dass das Ergebnis diesmal besser ist😃! Wenn Dein Sohnemann Hautplagen hat, vielleicht Nachtkerzenöl in die Hanfmilch geben. Dann könnte man sie fast ‚Hautmilch‘ nennen 😊. Also … Ich mag Hanf ja ebenfalls mit und ohne THC 😎

    • Hallo Laura, herzlich willkommen hier. Schön zu lesen, dass es mit der Hanfmilch geklappt hat. Mein Sohn mag lieber direkt die Hanfsamen ins Müsli haben als die Milch trinken.
      Herzlichen Gruß, Britta

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