Was bei Kohlrabiblattpesto schief gehen kann

Kohlrabiblattpesto EyecatcherKohlrabiblattpesto? Klingt skurril? Ja, dachte ich auch und war neugierig. Also bin ich zum Biodealer meines Vertrauens und habe drei wunderschöne Kohlrabiknollen mit herrlich üppigem Blattwerk ausgesucht. Bio sollte es schon sein, damit auf den Blätter nicht zu viel Schadstoffe sind. Zu Hause machte ich mich dann ans Werk. Aber dies wird kein Rezeptbeitrag. Nein, eher ein Pleiten-Pech-Pannen-Beitrag. Denn ich schreibe hier ja nicht nur über schöne Dinge, sondern auch über die Mißgeschicke, die das vegane Küchenleben so für einen bereithält. Zuvor habe ich mich an verschiedenen Stellen informiert, wie man so ein Pesto gestalten kann und mich dann für Walnüsse und Olivenöl entschieden. Da ich die Walnüsse roh nicht vertrage, habe ich sie gehackt und angeröstet. An sich kein Problem. Wenn…. ja wenn man sie nicht in der heißen Pfanne liegen läßt, bis man sie benötigt. Die kleineren Stückchen waren also etwas schwarz. Nicht, dass mir das nicht schon mal passiert wäre. Ich hätte es wissen können. Nein, es war reine Unachtsamkeit von mir. Kann ja mal vorkommen.

Die Kohlrabiblätter muss man von den härteren Strunken entfernen und nur die zarten inneren Blätter verwenden. Da fing es an. Was sind die inneren Blätter? Zart und frisch sahen sie alle aus. Die alleruntersten waren schon entfernt worden. Also habe ich alle verwendet und die Strünke nach bestem Wissen und Gewissen weggeschnitten. So blieben von 200g Blattwerk noch 100g übrig. Das passte, denn irgendwo las ich, dass 2 Knollen etwa 70g Blätter liefern.

Ich habe dann die etwas kleingeschnittenen Blätter mit Olivenöl, Knoblauch und Salz püriert, danach Hefeflocken und die gemahlenen Walnüsse untergehoben. Ups, die Hälfte der Nüsse hätte es nur sein sollen? Na ja, nun ist’s passiert. Kann ja mal vorkommen.

Schön grün ist es geworden und sah richtig appetitlich aus.

Schön grün ist es geworden und sah richtig appetitlich aus.

Die Farbe hat jedenfalls überzeugt. Richtig schön grün. Geruch leicht nach Kohlrabi. Auch nicht verwunderlich. Selbstverständlich musste ich vorab probieren und war schon ganz gespannt. Es schmeckte … extrem bitter. Da war nichts zu machen. Wenn nicht mal ich mir vorstellen kann das zu essen, dann wird es ein Achtjähriger mit weitaus feineren Geschmackssinn bestimmt erst recht nicht runterbekommen. Es wurde deshalb kurzerhand als ungenießbar eingestuft. Kann ja mal vorkommen.

Aber nun war guter Rat teuer. Mindestens genauso teuer wie die für das Pesto ursprünglich vorgesehenen Nudeln aus Bio-Linsenmehl. 3,79€ für die 250g-Packung. Da erschien es mir nicht passend, diese mit einer simplen Tomatensoße zu servieren. Und weil ich so frustriert war, wollte ich wenigstens leuchtende Kinderaugen sehen und habe beschlossen Sushi essen zu gehen. Denn mit Lachs-Nigiri kann sich der Junior bei unserer liebsten Sushibar bis zum Platzen vollstopfen und anschließend auch noch ein Eis essen. 😉

Was schief gelaufen ist, kann ich derzeit nur erahnen. Immerhin habe ich bei der Zeitschrift Brigitte einen Hinweis gefunden, der auch auf meine Herstellung zutreffen könnte: Wenn man zu lange püriert wird es bitter. Denn ich habe ja in 4 Portionen püriert, zweimal die Blätter und zweimal noch mit den Nüssen, weil ich nicht alles in den Behälter reinbekam. Es kann aber auch einfach an den Bättern selbst gelegen haben. Daher mein Tipp für den Einkauf: Blätter unbedingt im Laden probieren. Ich werde es nochmal versuchen, versprochen. Und ich werde berichten, ob Kohlrabiblattpesto in die Kategorie Seitanwurst fällt, oder hier doch Anhänger findet. Und falls jemand noch einen ultimativ guten Tipp für mich bereithält, wie ich zur Kohlrabiblattpestoliebhaberin werden kann, dann schreibt mir bitte!

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5 Gedanken zu „Was bei Kohlrabiblattpesto schief gehen kann

    • Habe ich mir auch gedacht. Ich habe die Nüsse vorher probiert, sie schmeckten aber nicht bitter, nur ein klitzekleines bißchen „verbrannt“. Ich bin deshalb davon ausgegangen, dass es die Nüsse nicht sein konnten.

  1. ‚Hach‘ … Schöne Geschichte (darf ich das so sagen!?) 😉 … Das mit den ‚Nüsse in der Pfanne lassen‘ ist bei mir ein Klassiker 😟 An Dein ‚Gewurschte‘ kann ich mich auch noch sehr gut erinnern … Meine Kohlrabiblatttheorie: Vermute, die Blätter im Frühling sind zarter als die im Herbst geernteten. Die Wachstumskräfte sind in Frühjahr ausgeprägter und die Blätter Haben keine Zeit ‚Bitter‘ umzuschlagen.

    • Dann muss ich, wenn deine Theorie stimmt, bis zum nächsten Jahr warten. Aber Kohlrabi gibt es doch das ganze Jahr über… halt aus dem Gewächshaus, aber trotzdem. *grübel*
      Ok, icht nur ich bin so dämlich, die Nüsse in der Pfanne verbrennen zu lassen. Beruhigend… irgendwie.

      • Dafür sind doch die Social Medias da, um sich nicht so allein mit seinen weltbewegenden Problemen zu fühlen 😉 … Das erste Frühlingsgemüse ist immer das ‚zarteste‘ … Ich finde z. B. bei Möhren merkt man das besonders … Auch wenn es jetzt zwar ‚frische‘ Möhren gibt, so zartköstlich wie die ersten im Frühjahr sind sie jetzt doch nicht. Auch frisch nachgewachsenen Giersch möchte ich jetzt nicht mehr in meinem Smoothie haben 😣 … Ja, ja … Die Wunderwelt des Frühlings 🐝🌸😊

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