Auf den Teller geschaut: Roter Möhrensalat

Kartoffelpuffer mit Apfelmus und rotem KarottensalatHeute kein Rezept, keine Anleitung sondern nur eine Geschichte. Heute stand ich auf dem Wochenmarkt und habe mich einfach mal von meinen Gelüsten treiben lassen. Und als ich die roten Möhren gesehen habe war ich neugierig, wie sie denn so sind, diese angeblichen Ur-Möhren. Denn eigentlich ist die heute käufliche Sorte gar keine alte Sorte, wie uns der Name weismachen will. Aber davon nacher noch mehr.

Normalerweise mache ich mir einen Wochenplan, damit ich nicht immer so viel überlegen muss und meine Einkäufe besser planen kann. Diese Woche habe ich einen Tag weniger eingeplant, weil normalerweise immer etwas vom Wochenende oder einem anderen Tag übrig bleibt und wir das dann essen. Aber diese Woche war eine Ausnahme. Alles war leer gegessen und es gab keine Reste von Wochenende. Also bin ich losgestiefelt und habe auf dem Wochenmarkt geschaut, was es so gibt und was mich anlacht.

Meine heute Jagdbeute vom Wochenmarkt. DIe Portion hätte aber drei Leute satt gemacht!

Meine heute Jagdbeute vom Wochenmarkt. Die Portion hätte aber drei Leute satt gemacht!

Und da lagen sie, die roten Möhren. Mir war sofort klar, dass die in meinen Beutel wandern werden. Aber was daraus machen? Ich blickte herum und konnte mich nicht entscheiden. Pastinaken, Petersilienwurzeln, Blumenkohl, Kartoffeln, alle Sorten Rüben, Rosenkohl… Da sah ich in der Obstecke Fuji-Äpfel liegen und mir war sofort klar was es geben sollte. Fuji ist ein wunderbarer Musapfel. Und wenn ich ein Mittagessen mit Apfelmus plane, dann gibt es dazu Kartoffelpuffer. Also noch schnell 600g festkochende Kartoffeln eingepackt und das Mittagessen stand fest.

Äpfel schälen, entkernen, grob zekleinern. Zitronensaft drüber, einen Schuß Wasser und dann mit geschlossenem Deckel kochen lassen. Zucker muss man keinen zugeben.

Äpfel putzen, grob zekleinern, Zitronensaft drüber, einen Schuß Wasser und dann mit geschlossenem Deckel köcheln lassen. Zucker braucht man nicht unbedingt.

Zuerst habe ich von 1kg Fuji-Äpfeln das Apfelmus vorbereitet. Dazu die Äpfel geschält, entkernt, in Stücke geschnitten, mit etwas Zitronensaft vermischt. Deckel drauf, einen kleinen Schuß Wasser und ab auf den Herd bei kleiner Flamme köcheln.

Dann habe ich mich an die dunklen Möhren gemacht. Mein Sohn liebt ja Karottensalat und wenn es nicht nur Apfelmus sondern auch noch Karottensalat gibt, bin ich Queen Mum für ihn!

Aber wie würden sich die violetten Karotten als Salat machen? Ich war neugierig und probierte schon mal eine. Süßer schmecken sie, aber sonst genauso wie Karotten eben schmecken. Ich habe die 300g rote Karotten gut gewaschen und in der Küchenmaschine geraspelt, mit Salz, Pfeffer, einem Schuß Essig und etwas Öl vermischt.

Dann war auch der Apfelmus schon gut am köcheln. Zwischendrin immer mal wieder umrühren. Etwa eine dreiviertel Stunde habe ich ihn köcheln lassen, bevor ich ihn mit einem Stampfer zerkleinert habe. Das geht bei dieser Sorte auch wirklich problemlos. Ausserdem wird sie beim Kochen nicht sehr braun. Damit das Mus etwas abkühlen kann habe ich es beiseite gestellt und mich an die Kartoffelpuffer gemacht. Wie das geht findet ihr hier (allerdings heute ohne Zwiebel). Weil ich da gern noch ein wenig anderes Gemüse „reinschmuggel“ habe ich mich heute farbneutral statt für die Karotte für eine kleine Pastinake entschieden.

Diese Karotten sind nicht dreckig, sie sind außen violett und haben einen orangefarbenen Kern. Ihr Anthocyangehalt ist mit dem anderer roter Früchte vergleichbar.

Diese Karotten sind nicht dreckig, sie sind außen violett und haben einen orangefarbenen Kern. Deshalb ist der Name rote oder violette Karotte eigentlich irreführend.  Ihr Anthocyangehalt ist mit dem anderer roter Früchte vergleichbar.

Beim Stöbern nach der Ur-Möhre ist mir nun in die Hände gefallen, dass man früher zu Karotten auch Pastinaken sagte und umgekehrt, bzw. dass aus alten Schriften nicht klar hervorgeht, ob man mit Pastinaken immer nur die weißen Karotten meinte oder unter Karotte oder Möhre auch die weißen subsummierte. Die Historie der Karotte ist jedenfalls eine lange. Schon die Griechen und Römer kannten sie. Sie war als Pflanze auf der ganzen Welt bekannt und wuchs wild. Es gab sie in allen möglichen Farben von weiß über gelb, orange, rot bis zu dunkelviolett. Warum heute nur die orangefarbene bekannt ist war nicht eindeutig rauszubekommen. Aber sie wurde mit einer alten violetten Sorte gekreuzt und das Ergebnis dann Ur-Möhre genannt. Von wegen alte Sorte! Ganz schöne Augenwischerei, oder? 😉 Jedenfalls gab es Kartoffelpuffer mit weißer Karotte und dazu einen Karottensalat aus roten Karotten. Karotten satt sozusagen. 😀

Aber zurück zu meinem Karottensalat. Ich war ja erst skeptisch, ob die andere Farbe beim Junior Anklang findet. Ich wurde positiv überrascht. Habe mich jedenfalls beeilen müssen noch etwas abzubekommen, so vernarrt war er darin. „Der schmeckt viel süßer als das (oder der?) Apfelmus“ war sein Fazit und er ließ dafür das Obst beinahe stehen und aß die Kartoffel-Pastinaken-Puffer fast nur mit Karottensalat. Ich würde sagen, hier war der rote Karottensalat ein voller Erfolg!

Ein kräftiger Farbtupfer auf dem Teller ist der rote Karottensalat. Das Auge ißt ja bekanntlich mit.

Ein kräftiger Farbtupfer auf dem Teller ist der rote Karottensalat. Das Auge ißt ja bekanntlich mit.

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Ein Gedanke zu „Auf den Teller geschaut: Roter Möhrensalat

  1. Die Farbe ist wahrlich ein Knaller!!! Wundervoll…..
    Der Puffer sieht aber auch verführerisch aus. Und Fuji-Äpfel mögen wir auch. Die wachsen hier in der Gegend ja echt gut und so können wir sie sogar aus regionaler Ernte genießen. Auch lecker: Rubinette!
    LG
    AnDi

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