Glänzende Silvestertorte (vegan) in 7 Schritten

SilvestertortenDiese beiden kleinen Torten haben es in sich. Sie funkeln und glitzern in silber und gold. Ihr Innenleben besteht aus einem hellen veganen „Bisquit“ und einer einfachen Himbeerbuttercreme, die mit Himbeercrispies angereichert ist. Sie sind mit Ganache aus heller Kuvertüre überzogen und haben ein Mäntelchen aus weißem Fondant, das zur Feier des Tages mit Silberspray und echten Goldflittern aufgewertet wird. Die Zubereitung ist nicht ganz einfach und braucht auch einiges an Zeit und Vorbereitung. Aber wer nicht gerade ein Backanfänger ist, wird das bestimmt hinbekommen.

Eine Zutatenliste findet ihr ganz am Ende als pdf. Die Zutaten selbst habe ich in diesem Text der Einfachheit halber farbig markiert. Mein Rezept ist für zwei kleine Torten mit je 20cm Durchmesser. Ihr könnt die Menge selbstverständlich auch halbieren. In dem Fall reduziert sich aber die Backzeit für den Bisquitboden. Ihr solltet dann nach ca. 25-30 Minuten mal eine Stäbchenprobe machen.

Für mich war das ganze in mehrerer Hinsicht ein Novum. Zum einen habe ich noch nie eine vegane Torte zubereitet, die gut aussah UND schmeckte, zum anderen habe ich noch nie mit Fondant gearbeitet und deshalb auch noch nie eine Ganache zubereiten müssen.

Schritt 1: Zutaten kaufen

Himbeercrispies und andere Spezialitäten bekommt man beim Patisserieversand

Himbeercrispies und andere Spezialitäten bekommt man beim Patisserieversand

Ich weise extra darauf hin, denn diese Zutaten bekommt ihr bis auf Fonndant nicht in herkömmlichen Lebensmittelgeschäften, sondern nur in Spezialgeschäften. Zunächst müsst ihr also die besonderen Zutaten bei einem Patisseriegeschäft oder -versand besorgen. Hier gibt es kein solches Fachgeschäft, daher habe ich aufs Internet zurückgegriffen. Der Pati-Versand lieferte schnell und unkompliziert innerhalb von zwei Tagen. Ihr braucht an speziellen Zutaten:

  • ca. 800g Fondant
  • 0,1g essbares Balttgold
  • 1 Pck. Himbeercrispies (20g)
  • 1 Dose Lebensmittel-Silberspray, für Fondant geeignet

Schritt 2: Ganache zubereiten

Eine Ganache ist eine Unterlage für Fondant. Sie besteht aus Sahne und Schokolade und ist nötig, weil Fondant zum Großteil aus Zucker besteht und in Verbindung mit feuchtem Boden oder Creme durchweicht und „schmilzt“. Man kann auch Buttercreme als Unterlage verwenden. Aber ich dachte mir: wenn schon neu, dann mal so richtig! Also habe ich 100ml Sojasahne aufgekocht und 200g zerkleinerte weiße Kuvertüre reingerührt, etwas gewartet bis die Schokolade geschmolzen war und die recht flüssige Masse verschlossen in den Kühlschrank gestellt. Ich habe noch so viel weiße Kuvertüre, die ich einfach mal aufbrauchen wollte. 100% vegan wäre z.B. die IChoc White Vanilla zu verwenden. Damit die Ganache entsprechend gut verarbeitbar ist, sollte sie besser am Vortag zubereitet werden.

Noch warm (links) ist die Ganache sehr flüssig. Kühlschrankkalt (rechts) ist es eine cremige Masse. Für weiße Ganache benötigt man doppelt so viel Kuvertüre wie für eine Zartbitter-Ganache.

Noch warm (links) ist die Ganache sehr flüssig, kühlschrankkalt (rechts) eine cremige Masse, ähnlich wie zäher Honig.

Wieviel Schokolade man genau braucht, liegt an der Art der Schokolade. Ich habe Rezepte von 1:2 bis 1:3 Sahne/weiße Schokolade gefunden. Die Härte kann durch Zugabe von mehr Schokolade variiert werden und Kuvertüre hat andere Eigenschaften als Blockschokolade, weil die Inhaltsstoffe der Schokolade auch eine Rolle spielen. Für weiße Ganache benötigt man jedenfalls mindestens doppelt so viel Kuvertüre wie für eine Zartbitter-Ganache.

Schritt 3: Boden backen

Als nächstes habe ich den veganen Bisquitboden gebacken (Rezept und Anleitung gibts hier) und nach dem Auskühlen in vier Platten geschnitten. Damit die Torten gut mit Fondant einzuschlagen und zu transportieren sind, habe ich zwei Pappunterlagen auf 20cm Durchmesser ausgeschnitten und auf jede Platte eine Tortenplatte gelegt. Darüber kam ein Stück Backpapier und darauf das jeweilige Oberteil. Das bucklige Teil von ganz oben wird etwas gerade geschnitten und später, wenn ihr die Torte füllt, umgekehrt auf die Torte gelegt, so dass der obere Abschluss gerade ist. Zum Aufbewahren wird der Boden aber erst mal so wie gebacken aufs Backpapier gelegt. Ich habe die Böden erst einmal beiseite gestellt. Sie sind so feucht, dass man sie problemlos ein paar Stunden draußen stehen lassen kann.

Den "Hubbel" in der Mitte habe ich abgeschnitten. Wer ihn vermeiden will, kann den Rand der Form kühlen. Wie das geht sieht man hier.

Der Boden wird zuerst oben etwas begradigt und dann in vier etwa gleich dicke Platten geschnitten.

Schritt 4: Buttercreme zubereiten

Eine Buttercreme ist viel einfacher als mancher glaubt. Solange man eines beherzigt: Alle, wirklich ALLLE Zutaten müssen Raumtemperatur haben und werden  portionsweise miteinander vermischt. Dann kann eigentlich nichts schief gehen. Klar kann man es sich komplizierter machen und den Pudding selbst zubereiten. Ich habe ohne Rücksicht auf meine Bäckerinnenehre trotzdem auf Tütenpudding zurückgegriffen.

EIn bißchen tricky: DIe Himbeerbuttercreme.

EIn bißchen tricky: Himbeerbuttercreme.

Das Vanillepuddingpulver statt mit 500ml nur mit 300ml Getreidemilch und 100g Zucker am besten einige Stunden vorher zubereiten und sofort noch im Topf mit einer Klarsichtfolie abdecken, damit er keine Haut bekommt. Die 150g Himbeeren werden kurz aufgekocht, durch ein Sieb passiert und ebenfalls auf Raumtemperatur abgekühlt.

Nach etwa 3 Stunden kann man dann mal an die Zubereitung denken. Dafür die 250g vegane Butter (ich habe Alsan Bio genommen) mit dem Handrührgerät aufschlagen und den kalten Vanillepudding in 2-3 Portionen unterrühren. Anschließend löffelweise (!) das Himbeermus unterrühren. Hier ist der einzig problematische Schritt: Je nach Säuregehalt der Himbeeren und Emulgatorgehalt der Butter kann sich hier Fett- und Wasserphase trennen. Sollte dies tatsächlich passieren nehmt ihr die Flüssigkeit ab, verrührt die Fettphase wieder gut und rührt die Flüssigkeit schrittweise soweit unter, dass ihr ein klein wenig übrig behaltet.

Zum Schluß werden die 20g Himbeercrispies etwas zerkleinert und unter die Creme gerührt. Die Buttercreme kann jetzt für eine Stunde kühl gestellt werden, damit sie gut verarbeitet werden kann.

Schritt 5: Die Torte füllen

Am Vortag werden die beiden Torten mit der Himbeerbuttercreme gefüllt und glattgestrichen. Danach wird die Ganache darauf verteilt und ebenfalls glattgestrichen. So können die Torten bis zum großen Tag kühl gestellt aufbewahrt werden. Falls ihr es nicht gleich glatt hinbekommt, kann die Ganache auch zweimal aufgetragen werden. Dazwischen gut kühlen! Zum Glück war es hier richtig schön kalt heute nacht, so dass ich die Torten draußen lagern konnte.

Leider hat sich meine Buttercreme beim Abkühlen etwas getrennt. Daher habe ich im Rezept die Himbeerpüree-Menge etwas verringert.

Leider hat sich meine Buttercreme beim Abkühlen etwas getrennt. Daher habe ich im Rezept die Himbeerpüree-Menge etwas verringert.

Schritt 6: Torte mit Fondantdecke einschlagen

Ja, Fondant kann man selbst herstellen. War mir aber zu aufwändig. Beim ersten mal wollte ich auf fertiges Fondant zurückgreifen. Allzu billiges Fondant lässt sich angeblich schwieriger verarbeiten und reißt schneller also habe ich es einfach bei Pati-Versand bestellt. Es gibt haufenweise Filmchen und Beschreibungen im Netz, wie man das am besten macht. Vor der Verarbeitung wird das Fondant weichgeknetet und dann etwa 3mm dick ausgerollt. Beim Auflegen sollte man darauf achten keine Blasen zu produzieren. Wenn doch welche entstehen, sollte man diese entfernen bevor das Fondant aushärtet. Am hilfreichsten fand ich den Hinweis, eine Infusionsnadel zu verwenden, diese in die Blase zu stechen und die Luft über die Nadel herauszudrücken. Ihr benötigt pro Torte etwa 400g weiße Fondantmasse, die ihr auf eine Größe von jeweils 30cm auf einer mit Puderzucker bestreuten Fläche etwa 3mm dick ausrollt. Dabei sollte das Fondant nicht gewendet werden, damit es später keine Flecken auf der Torte gibt. Die Unterlage und Rolle kann man auch mit Puderzucker bestäuben. Es ginge übrigens auch Stärkemehl statt Puderzucker.

Wer, wie ich, noch nie mit Fondant gearbeitet hat, schaut sich am besten einige Videos vorher an. Damit es gut verarbeitbar ist, muss das Fondant weichgeknetet werden. Irgendwann merkt man, dass es sich ganz leicht ziehen lässt. Im Prinzip wird das Fondant deutlich größer als die Torte ausgerollt und an den Seiten dann so lange vorsichtig nach unten gezogen, bis sie keine Falten wirft. Obacht, das Fondant kann dabei reißen. Aber auch hierfür gibt es genügend Anleitungen, wie man das reparieren könnte (z.B. mit einer Alkohol-Fondant-Paste). Mir ist das aber nicht passiert. Es ging wirklich ganz einfach.

Hilfreich ist es, die Torte für diesen Schritt auf einen Drehteller zu stellen und etwas anzuheben (ich habe zwei passende Korkuntersetzer darunter gestellt, so konnte nichts rutschen). So drapiert kann das überschüssige Fondant herunterhängen und gut an der Unterseite schlüssig mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden.

Mit dem Messer unter die Pappe fahren und beim reinfahren schneiden. So hebt ihr die Fandantdecke nicht ab.

Mit dem Messer unter die Pappe gehen und beim reinfahren (!) schneiden. So hebt ihr die Fondantdecke nicht ab.

Aus dem abgeschnittenen Überhang werden Verzierungen ausgeschnitten oder ausgestochen und mit Goldflittern verziert. Ich habe mit Buchstabenausstechern Prosit Neujahr gewählt und aus dünn gerolltem Fondant die Jahreszahl 2016 gelegt.

Die ausgestochenen Buchstaben habe ich mit Blattgoldflittern belegt. Keine Arbeit für Ungeduldige.

Die ausgestochenen Buchstaben habe ich mit Blattgoldflittern belegt. Keine Arbeit für Ungeduldige.

Mit Schmetterlingsstempel-Ausstechern (ebenfalls beim Pati-Versand) habe ich ein paar dieser possierlichen Tierchen gestempelt. Das ging super einfach. Hier könnt ihr euch natürlich austoben wie ihr wollt. Ich habe eine Torte mit rosafarbenen, die andere mit weiß-goldenen Schmetterlingen geplant.

Schritt 7: Dekorieren

Zum Schluss wird die Torte auf ein Zeitungspapier gelegt und am besten im Freien (oder mit ausreichend Belüftung) mit dem Silberspray eingesprüht.

Silberglänzend und jungfräulich undekoriert. Ich hätte es mir nicht so schick vorgestellt, es übertraf meine Erwartungen.

Silberglänzend und jungfräulich undekoriert. Ich hätte es mir nicht so schick vorgestellt, es übertraf meine Erwartungen.

Anschließend werden die ausgehärteten Zahlen auf der Unterseite mit einem Pinsel ganz wenig mit Wasser benetzt und auf die Torte gelegt. Dabei solltet ihr den Platz schnell finden, denn korrigieren lässt es sich nur schwer. EIn paar Millimeter nach rechts oder links kann man sie anfangs aber schon verschieben, bevor man sie andrückt.

Zuerst die Buchstaben...

Zuerst die Buchstaben…

Ebenso werden die Schmetterlinge (weil mein Patenkind auf Schmetterlinge steht!) darauf drapiert.

...dann die Schmetterlinge.

…dann die Schmetterlinge.

Süß, oder? ;)

Süß, oder? 😉

Hier die Torte mit den rosafarbenen Schmetterlingen.

Hier die Torte mit den rosafarbenen Schmetterlingen. Eingefärbt habe ich das Fondant mit einem kleinen bißen violettem Farbpulver von Braun-Heitmanns.

Silvester kann kommen, habe fertig! Und zum Abschluss jetzt wie versprochen noch die Zutatenliste als pdf zum Ausdrucken.

Und nun wünsche ich allen einen guten Rutsch und einen schönen Start ins neue Jahr 2016!

Nachtrag: Und so sah die Torte von innen aus...

Nachtrag: Und so sah die Torte von innen aus…

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2 Gedanken zu „Glänzende Silvestertorte (vegan) in 7 Schritten

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