Der Arbeitsplatz eines Bloggers

Neulich habe ich vom Kreativloch beim Bloggen erzält, was man gegen Schreibhemmungen tun kann und wie man sich Anregungen holt, kreative Beiträge zu verfassen. Heute geht es darum, wie ein Blogging-Arbeitsplatz aussehen kann – nämlich meiner. Ich beschreibe wie und wo ich meine Beiträge verfasse, was mir dabei hilft und wie ich mich blogarbeitsplatztechnisch organisiere.
Eigentlich hat dies alles auf einem Food-Blog, zudem einem veganen Foodblog ja nichts zu suchen…. denkt man. Eigentlich. Und eigentlich habt ihr damit auch recht. Aber im Moment ist hier sowieso alles etwas anders und deshalb möchte ich euch heute einladen, meinen „Blogging-Arbeitsplatz“ in Wort und Bild kennenzulernen und euch so mal etwas hinter die Kulissen schauen lassen.

Wann und wo entstehen meine Beiträge?

Bei einem Foodblog ist es nicht schwer zu erraten, dass die Küche ein wesentlicher Teil des BloggerInnenarbeitsplatzes (ich kürze dieses Wortungetüm jetzt mal mit BAP ab) ist. Hier ist zumindest in aller Regel die Herstellung verortet, sofern es sich nicht um „vegan unterwegs“-Beiträge handelt.

Die Küche, ein unverzichtbarer Arbeitsplatz einer Foodbloggerin

Die Küche, ein unverzichtbarer BAP einer Foodbloggerin.

Meine Fotos, nicht nur während der Zubereitung, entstehen auch oft hier. Die Speisen auf dem Teller sind tatsächlich ganz oft direkt vom Eßtisch fotografiert. Seltener blogge ich auch dort. Eher dann, wenn das Wohnzimmer von einem der übrigen Familienmitglieder genutzt wird und ich mich konzentrieren möchte. Ich habe es beim Schreiben nämlich gerne ruhig, ohne Musik oder Trubel.

Selten entstehen meine Beiträge in der Küche...

Selten entstehen die Texte für meine Beiträge in der Küche…

...denn wenn ich den Platz verlasse wird er meist sofort besetzt. :D

…denn wenn ich den Platz verlasse, wird er sofort besetzt. 😀

Wenn das Wetter schön ist, fotografiere ich auch gelegentlich draußen auf der Terasse oder im Garten… falls das Mahl nicht sowieso dort eingenommen wird. Ganz ganz selten werden meine Fotos aufwändig arrangiert, wie z.B. bei den Hanfsamen oder dem Apfel-Birnen-Crumble. Es sieht bei mir auf dem Tisch in aller Regel tatsächlich so aus, wie ihr es auf den Fotos seht.

Während die Bilder fast alle in der Küche entstehen, ist es mit dem Verfassen der Texte etwas komplizierter und vielschichtiger. Ich habe zwar einen Schreibtisch, aber dieser ist der Arbeit vorbehalten. Bloggen ist für mich Freizeitvergnügen und deshalb passt der Schreibtisch für mich da überhaupt nicht dazu.

An meinem Arbeitsplatz wird gearbeitet und manchmal entstehen hier auch kreative Ideen für Beiträge, wenn ich spontan Hunger oder Appetit bekomme.

An meinem Arbeitsplatz wird gearbeitet und selten entstehen hier auch kreative Ideen für Blogbeiträge, wenn ich etwa spontan Hunger oder Appetit bekomme, wie hier auf eine Matcha-Zimt-Latte.

Meine Beiträge verfasse ich tatsächlich am liebsten auf dem Sofa, mit dem Laptop auf den Beinen. Das ist neben dem Küchentisch mein liebster Sitzplatz in der Wohnung, sozusagen mein Lieblings-BAP.

Mein Ausblick beim Bloggen, aufgenommen mit Panaorama-Einstellung (daher die verzerrte Kante am Bildschirm).

Mein Ausblick beim Bloggen auf meinem Lieblings-BAP

Bei der Recherche zum Beitrag Kreativloch beim Bloggen bin ich darauf gestoßen, dass draußen bloggen anregend wirkt. Aber auch schon der Anblick grüner Flächen fördert die Kreativität. Ich staunte nicht schlecht, als mir auffiel wo ich meine Beiträge am liebsten verfasse. Grün und grün soweit das Auge schaut. Wenn das kein Zufall ist? 😉 Häufig begleitet mich dabei eine Tasse Kaffe oder andere kulinarische Köstlichkeiten.

Mein Morgenkaffee darf nicht fehlen.

Mein Morgenkaffee darf nicht fehlen.

Wenn wir bei Freunden eingeladen sind oder Essen gehen, habe ich oft meine Kamera dabei und mache vorort Fotos. Auch im Urlaub. Die Beiträge aus der Kategorie „vegan unterwegs“ verfasse ich immer erst zu hause. Im Urlaub wird genossen! Zuhause habe ich die nötige Ruhe und alle technischen Möglichkeiten an meinem Lieblings-BAP. Reiseblogger, die von unterwegs bloggen haben da meine große Hochachtung! Notizen für Beitragsideen speichere ich allerdings schon mal in meinem Handy, per Bild oder Schrift von unterwegs aus.

Eine feste Zeit fürs Bloggen habe ich nicht. Meine kreativsten Zeiten sind meist die Vormittagsstunden, wenn der Junior aus dem Haus, die ersten Arbeiten getan, alles ruhig ist und ich mich mit dem Rest meines inzwischen kalt gewordenen Frühstückskaffees für die Planung des restlichen Tages aufs Sofa hocke oder einfach so im Netz surfe. Manchmal kann ich es aber auch nicht abwarten, wenn ich mittags etwas tolles hinbekommen habe. Dann muss ich mich gleich nachmittags dransetzen und alles niederschreiben.

Auf dem Sofa sitze ich auch im Hochsommer am liebsten. Das Klima hier ist schwül und oft schon morgens sehr drückend. Da ist es in einer Erdgeschoss-Altbauwohnung wunderbar kühl. Genau richtig für meinen sich heißdenkenden Kopf! Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich so viele Eisrezepte auf meinem Blog habe. 😀

Meist tobt hier am Wochenende das Familienleben. In dieser Zeit kommt mir aber auch so manche Idee, der Lieblingsmann ist da und kann probieren und/oder wir haben Gäste und ich kreiere etwas neues. So habe ich die Tester gleich vorort. 😉 Nicht immer finde ich sofort die Zeit, die Ideen niederzuschreiben. In aller Regel versuche ich aber spätestens Sonntagabend meine Gedanken zu formulieren. Und Sonntag ist Tatort-Zeit, da sitze ich sowieso an meinem Lieblings-BAP. Passt!

Welches Equipment benutze ich?

Manche brauchen zum Bloggen nur ein Handy. Text getippt, Bild(er) rein, fertig. Manchmal, z.B. beim Sonntagsschmankerl (Ein Bild von unterwegs, ein kurzer Gedanke dazu…) kam es da auch schon vor, dass ich das genau so, direkt vom Smartphone aus gemacht habe. Das ist aber die absolute Ausnahme. Ich nutze zu 99,9% das Laptop. Hier werden Bilder (die meisten aufgenommen mit einer Lumix DMC SZ7, meist im Automatikmodus Speisen) bearbeitet: geschnitten, einheitliche Pixelgröße, selten farblich oder schärfentechnisch nachbearbeitet, wenn das Licht schlecht war. Inzwischen geht das recht schnell von der Hand. Routine macht die Meisterin. 😉 Unterwegs notiere ich Sprach- und Text-Ideen per Smartphone mit Onenote oder mache damit auch mal ein Foto, auch wenn die Kamera meines Handys nicht so toll ist.

Wie organisiere ich mich?

Wenn ich eine interessante Idee gefunden habe, überlege ich mir meist eine kurze Überschrift und nutze den WordPress-Entwurf-Modus. Wenn ich mal nicht weiß, was ich bloggen oder auch kochen soll, hole ich die Liste meiner Entwürfe hoch und stöbere darin. Auf die Weise kann ich auch gleich bestimmte Textpassagen verfassen, die mir spontan gefallen, z.B. wie ich drauf kam, genau dieses Rezept zu finden oder wenn ich eine gelungene Einleitung oder einen schönen Schlußsatz gefunden habe.

Wenn ich in der Küche bin und rumprobiere, ist es mir mit dreckigen Fingern häufig zu anstrengend parallel zu tippen. Da nutze ich ganz klassisch Papier und Stift, schreibe die verwendeten Zutaten auf und wenn es tatsächlich gelungen ist, kommt es in einen Beitrag.

Zettelwirtschaft gehört bei mir zum BLoggen dazu.

Zettelwirtschaft gehört bei mir zum Bloggen dazu. Wenn ich gelegentlich meinen Lieblings-BAP aufräume entdecke ich einen solchen Zettel… dann wird es höchste Zeit, den einzuarbeiten und einen Beitrag daraus zu machen.

Braucht Kreativität einen Plan?

Ich beantworte diese Frage mit einem entschiedenen kommt drauf an. Ich koche viel aus dem Gedächtnis, entscheide mich spontan, dies oder jenes zu versuchen. Ein Rezept betrachte ich häufig eher als Vorschlag denn als strikte Vorgabe. Mein Plan kann also eher so beschrieben werden: Das gezielte Abweichen von einem vorher ausgearbeiteten Plan.

Trotzdem habe ich Pläne, die mich bei Bloggen unterstützen. Häufig mache ich Wochenpläne fürs Mittagessen und stöbere dafür auch gern mal in meinen gesammelten Entwürfen, wenn die Kreativität nicht so recht zum Vorschein kommen will. Eine Jahresplanung oder weiterreichende Blogpläne habe ich – derzeit zumindest – nicht.

Meine Wochenpläne habe ich inzwischen in elektronischer Form professionalisiert

Meine Wochenpläne habe ich inzwischen in elektronischer Form professionalisiert.

Odnung oder Chaos, was hilft mir?

In der Küche brauche ich Ordnung. Manchmal bezeichne ich mich selbst schon als sanft zwangsgestört. Ich könnte blind in meiner Küche agieren…. wären da nicht zwei Familienmitglieder, die das immer wieder konterkarieren. Aber prinzipiell bin ich schon eher der Typ, der alles an seinem Platz haben will und der auch schon während des Kochens aufräumt. Das gibt, nebenbei bemerkt, auch schönere Fotos. 😉 Das Foto einer chaotischen Küchenschlacht bekommt man auch im realen Leben bei mir selten zu sehen.

Wenn ich mittendrin bin einen Beitrag zu verfassen, kann es allerdings schon mal chaotischer sein. Da ich viel online habe, liegen seltener Bücher oder Ausdrucke um mich verteilt. Eher habe ich 20 Karteikarten am Browser geöffnet, so dass ich mich schon gelegentlich verklicke. Das schlimmste ist in dem Fall ein Browserabsturz und ich muss alles wiederfinden. Dann kann man Britta schon mal verzweifelt erleben.

Interessanterweise bin ich beim Bloggen wesentlich strukturierter als beim sonstigen arbeiten am Schreibtisch. Während ich Ordnung und Aufräumen am Arbeitsplatz eher lästig finde, mag ich es bei bloggen gern strukturiert. Alte Zettel werden weggeworfen nachdem sie in einen Entwurf verarbeitet sind. Entwürfe schaue ich gelegentlich durch, damit sich keine Karteileichen bilden. Verwende ich doch mal Bücher, werden diese nach der Veröffentlichung gleich weggeräumt… Lustig finde ich ja, das mir dies erst durch diese Blogparade aufgefallen ist. Darüber werde ich mal nachdenken.

Ich wünsche allen LeserInnen noch einen schönen Tag und hoffe, euch hat der Blick hinter die Kulissen von brittlebrick gefallen.

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Dieser Beitrag ist ein Baustein in Lauras Blogparade zum Thema „Der Arbeitsplatz eines Bloggers“, die sie vor etwa vier Wochen ins Leben gerufen hat. In den Kommentaren zu diesem Beitrag findet ihr einige Hinweise auf andere Paradebeiträge, es wird dazu auch noch eine Zusammenfassung von ihr geben.

 

 

 

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10 Gedanken zu „Der Arbeitsplatz eines Bloggers

  1. Danke für den Blick hinter die Kulissen!
    Draußen zu schreiben ist das Beste! Wir machen das so oft es das Wetter zulässt. Dann sitzen wir manchmal schon morgens um 6 Uhr auf dem Balkon und schreiben….
    LG
    AnDi

  2. Wahnsinn, … schöne Wohnung und krass, wie organisiert du das machst. Also ich blogge je nach dem was grad ansteht oder wonach mir grad ist … meist ohne große Vorbereitungen und stets am selben chaotischen Platz 😉

    • Oh danke für das Kompliment. *rotwerd*
      Ich glaube ob man plant oder nicht, bzw. planen muss der nicht, hängt vermutlich auch vom Thema ab. Ich habe auch schon Foodblogs gesehen, die Jahresplanungen haben mit monatlichen Themenschwerpunkten. Dagegen bin ich ja planungstechnisch ein absolutes Waisenkind. 😀

  3. Pingback: Arbeitsplatz eines Bloggers | iminternetgeldverdienen2016

  4. Liebe Britta,

    dein Beitrag ist echt super geworden! Danke nochmal für’s Mitmachen bei der Blogparade 🙂 Und danke auch für die Verlinkung! 🙂

    Liebe Grüße,

    Laura

  5. Mit Katzen um einen rum, kann man nur fröhlich dahin bloggen 😉 Es sei denn sie mopsen das essen 😀 Hab selber 3 Kater, daher kenn ich das Problem, allerdings bin ich kein Food-Blogger. LG, Mia

    • Auf die Mochi-Küglechen war die eine jedenfalls so scharf, dass sie ganz oben aufs Küchenregal gehopst ist. 😀
      Ich kam noch nicht dazu die anderen zu besuchen. Aber ich werde ganz sicher noch bei dir vorbei schauen. Bunt ist schön… 😉
      LG, Britta

      • Könnte bunter sein 😄 aber bin gerade dabei meine ganze Schreibtisch Wand mit Fotos voll zu klatschen etc. 😊 Hach ja Katzen sind so zauberhafte Wesen. Man könnte ihnen den ganzen Tag zuschauen wenn sie Unsinn treiben 😍

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