Mochi – Liebeskugeln auf Japanisch

Nein, dies wird kein Erotikbeitrag. 😉 Mochis sind ein japanischer Nachtisch, der auch in seiner ursprünglichen Zubereitung ganz natürlicherweise vegan ist. Meist wird er in Kugelform angeboten, Mochi-Herzenkann aber auch getrocknet als Block rechteckig aufgeschnitten weden. Er besteht im Original lediglich aus einem Teig aus Reismehl, Wasser und Zucker. Gelegentlich werden darin weitere Früchte oder Gemüse verarbeitet. Im Original habe ich Mochi noch nie gegessen, aber auf der Suche nach dem passenden Nachtisch für einen Sushiabend bin ich neulich darauf gestoßen und wollte euch diese urvegane Köstlichkeit der japanischen Küche vorstellen.

Mochi Reis ist ein relativ fettreicher Rundkornreis mit süßem Aroma.

Mochi Reis ist ein relativ fettreicher Rundkornreis mit süßem Aroma.

Der Sushiabend liegt schon einige Zeit zurück. Aber letzte Woche habe ich im Regal diesen Mochi-Reis gesehen und erinnerte mich sofort an diese süßen Reisbällchen. Wenn mir etwas so vor die Füße stolpert… eine Vorsehung.  Mochi-Reis ist ein süßlicher Rundkornreis, der im Verhältnis 1 : 2,5 mit Wasser im geschlossenen Topf weichgekocht wird, bis das Wasser vollständig aufgesogen ist. Mein Mochireis ist ein Naturreis und nach Packungsangabe dauert es etwa eine Dreiviertelstunde, ihn weich zu bekommen. Im Internet wurde ich fündig, dass die Zubereitung auch schneller geht, wenn man Reismehl nimmt und es in der Mikrowelle zubereitet. Denn im Original wird Mochi hergestellt, indem gekochter Reis mit einem Holzhammer lange immer wieder gestampft wird, während eine zweite Person den entstehenden Teigklumpen immer wieder wendet und befeuchtet:

Ich habe es probiert. Es klappt gut in der Mikrowelle. Wenn ihr das Reismehl mit der  Küchenmaschine selbst herstellt, ist die Kochzeit nämlich wesentlich kürzer. Wer keine Mikrowelle hat muss mehr Wasser nehmen und lange und kräftig diesen doch ziemlich fest werdenden Teig rühren, was ich mir mir ganz schön anstrengend vorstelle.

Die korrekte Wassermenge ist bei der Zubereitung in der Mikro schon eher der Trick an der Sache. Die Menge hängt natürlich auch von eurem Reis ab. Also bitte nicht sklavisch millilitergenau an die Anweisung halten, sondern lieber etwas weniger nehmen und mit einem vorab für ein paar Minuten in Wasser eingeweichten Holzstößel (z.B. vom Caipirinha machen) noch etwas Wasser einarbeiten, wenn der Teig gar zu fest ist. Der Teig ist warm relativ fließend, wird beim Auskühlen fester, ist dann aber auch nicht mehr formbar. Ihr müsst die Kugeln also unbedingt formen, wenn der Teig noch so heiß ist, dass ihr ihn gerade eben anfassen könnt.

Ummantelung aus Kokos, Chiasamen oder Sesam? Es ist sicher Geschmackssache, aber Kokos war mein Favorit.

Ummantelung aus Kokos, Chiasamen oder schwarzer Sesam? Es ist sicher Geschmackssache, aber Kokos war mein Favorit – Raffaello in vegan.

Mein erster Versuch war anfangs ganz schön klebrig und zäh, so dass die ersten Kugeln nur schwer zu formen waren. Als ich dann etwas Wasser eingearbeitet hatte, war dier Teig plötzlich viel zu weich. Ich habe es dann kurzerhand in eine mit Speisestärke ausgekleidete Silikoneiswürfelform gegeben und darin etwas trocknen lassen.

Der Teig lässt sich warm wunderbar in eine Silikonform pressen. Auskühlen lassen und herausdrücken. Wer will kann auch die Ummantelung gleich hineingeben.

Der Teig lässt sich warm gut in eine Silikonform pressen. Auskühlen lassen und herausdrücken. Wer will kann auch die Samen/Körner/Flocken für die Ummantelung gleich hineingeben.

Da ich ausprobieren wollte, welche Umrahmung dem ganzen geschmacklich am besten steht, habe ich es mit Sesam, Chiasamen und Kokosraspeln versucht. Mein Favorit waren eindeutig die Kokosraspeln, gefolgt von den Chiasamen.

Bevor ihr den Teig anfasst, warne ich euch vor: Er klebt wie Hölle! Aber mit einem wenig Speisestärke auf den Hand- und Fingerflächen ist es plötzlich gar kein Problem mehr. Für die Bearbeitung einer Kugel habe ich aber nur eine Teelöffelspitze voll Speisestärke benötigt. Sollte die Ummantelung nicht am Mochi haften, könnt ihr es mit einem kurz in Wasser gehaltenen Finger anfeuchten und in den Kokosraspeln oder Samen wenden.

Schade dass Valentinstag schon vorbei ist...

Schade, dass Valentinstag schon vorbei ist…

Man kann eine Menge „Unfug“ mit dieser traditionellen japanischen Nachspeise anfangen. Zum Beispiel frische Früchten oder Beeren darin einrollen, auch ein heidelbeergroßes Stück Anko (gesüßte Paste aus Azuki-Bohnen) kann man im Inneren verstecken oder das Anko um die Früchte schlagen und gemeinsam in den Reismehlteig einschlagen (dann heißen sie Daifuku Mochi). Auch kleine Eiströpfchen könnte man hineinzaubern… Man kann die Mochis färben oder in Noriblätter einschlagen und sofort nach der Zubereitung als Nachtisch verzehren. Auch in Reispapier getrocknet soll es möglich sein, sie lange aufzubewahren und auf dem Grill anzubraten. Ihr seht, Mochis sind sehr vielseitig. Aber eins ist ihnen allen gemein: Sie sind süß!

Ich habe mich bei der zweiten Ladung erst mal für eine ganz einfache Art entschieden, sie mit Matcha gefärbt und in Kokosraspeln gewälzt.  Es muss ja nicht aus dem Stand eine Mochi-Meisterin aus mir werden. 😉

Matcha-Mochi mit Kokosflocken, DER Kick zum Grüntee.

Matcha-Mochi mit Kokosflocken, DER Kick zum Grüntee.

Will man die Konsistenz der erkalteten Teigkugeln beschreiben so fällt mir das ziemlich schwer. Erinnert ein bißchen an Gummibärchen, ist aber nicht ganz so zäh, eher fließend. Geschmacklich… ja, wie gesüßter Reis eben so schmeckt. Denn mehr ist ja auch nicht drin. 😀 Ich könnte mir vorstellen, dass die Teile wunderbar in eine Vesperbox passen oder als kleiner Snack zum Grüntee gereicht werden können – sozusagen die vegane Variante von Giotto… Was wohl wäre, wenn man sie mit Nougat füllen würde. 😉

Meinen Katzen haben die Teile übrigens auch sehr gefallen. Sie haben reingebissen, sie haben ihre Krallen hineingestochen, sie haben sie zerbissen und in der Küche rumgekugelt… Von meinen wunderschönen 15 Kugeln, die ich aus dem Teig hergestellt habe, blieben gerade mal 6 unversehrt. Also Katzenbesitzer aufgepasst, die Dinger regen anscheinend den Spieltrieb an!

Noch eine Warnung für alle mit kleinen Kindern oder Personen mit Schluckstörungen: Diese traditionelle Neujahrsspeise kommt immer wieder in Verruf, da jedes Jahr einige Duzend Japaner insb. Alte und Kinder an zu großen Mochi-Klumpen ersticken, die wegen ihrer Klebrigkeit im Hals stecken bleiben. Also bitte gut kauen und vielleicht nicht gerade der alten Erbtante als selbstgemachtes Pralinen-Goodie mitbringen. 😉

Und jetzt noch die Zubereitung für ca. 15 Kugeln:

  • 100g Mochi-Reis, gemahlen
  • 30g Zucker
  • 1/2 TL Matcha-Pulver
  • 100ml Wasser
  • 2 EL Kokosraspeln
  • Frischhaltefolie + Mikrowelle

Reismehl und Zucker in einer Tasse mischen. Matchapulver mit dem warmem Wasser aufgießen, zur Mehl-Zucker-Mischung geben und umrühren. Die Tasse mit Frischhaltefolie abgedeckt 2 Minuten quellen lassen und dann 1-2 Minuten in der Mikrowelle bei höchster Stufe garen. Hände mit etwas Speisestärke bemehlen. Den Teig mit einem Teelöffel abstechen und noch heiß zu Kugeln formen, in Kokosraspeln wenden und auskühlen lassen.

 

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