Gärtnerfreuden 2016: Kohlrabi Superschmelz

Kohlrabi Superschmelz EyecatcherHeute ein Verlaufsbericht aus unserem Garten. Ein Beet sollte für eine optimale Nährstoffausnutzung mit abwechselnder Fruchtfolge betrieben werden. Jahrelang haben nun Tomaten und Salat unser Hochbeet geziert, die Ernte der zweiten Bohnengeneration fiel letztes Jahr erwartungsgemäß nicht so reichlich aus und auch die Tomaten kränkelten letztes Jahr ein wenig. Da war die Frage schwer zu beantworten, was wir den dann anpflanzen könnten. Und da man als passionierter Hobbygärtner auch noch darauf achten muss, dass sich die Mischkultur verträgt, fiel die Wahl auf Kohlrabi. Dieses Gemüse verträgt sich mit fast allen anderen Früchten, Knollen und Blattgewächsen. Zudem ist Kohlrabi nur kurze Zeit auf dem Beet und so kann noch anderes gepflanzt werden, was später groß wird. Nur trocken fallen darf er nicht, da reagiert er beleidigt und wird holzig.

Februar – der Einkauf

Neulich habe ich bei AnDi vom Schlemmerbalkon von der Sorte Superschmelz gehört und automatisch, ohne Nachdenken, wanderte das Samentütchen der gleichnamigen Sorte in meinen Einkaufskorb als ich es beim Gartenmarkt sah. Anfang März darf man anfangen mit der Aufzucht. Ok, es war der 29. Februar, aber das ist ja quasi schon März. 😉 Ich habe zwei Gemüseschalen mit Anzuchterde gefüllt und für ein angenehmes Klima gesorgt, damit sie auch garantiert keimen.

Alte Gemüseaufbewahrungen dafür kann man wunderbar für die Anzucht verwenden.

Alte Gemüseaufbewahrungen kann man wunderbar für die Anzucht verwenden.

Die Ausaat war getan, jetzt hieß es warten, ob die Saat auch aufgeht.

Die Ausaat war getan, jetzt hieß es warten, ob die Saat auch aufgeht.

Ausserdem haben wir unser Hochbeet letzten Herbst mit Gründünger bepflanzt (Phacelia), der aufgrund der milden Temperaturen diesen Winter nicht verrottet ist. Egal, wir haben ihn am ersten März-Wochenende trotzdem untergeharkt und hoffen, er wird sein Werk schon getan haben.

März – die Aussaht

Ich bin nun wahrlich nicht die Anzuchtkönigin. Im Gegenteil. Bei mir vertrocknen alle, sie gehen nach der Keimung ein oder sie verschimmeln, egal wie viel oder wenig ich gieße, ob ich sie abdecke oder nicht… es klappt irgendwie nie. Also habe ich einfach ALLE Samen des Tütchens ausgepflanzt und dachte, was kommt kommt. Mit einem solchen Erfolg hatte ich nicht gerechnet.

Nach einer Woche waren die Pflänzchen schon ein bis zwei cm groß!

Nach einer Woche waren die Pflänzchen schon ein bis zwei cm groß!

April – Pikieren, eine Herausforderung an die Feinmotorik

Ich begann dann Anfang April die schönsten Pflänzchen zu pikieren und die restlichen 75 (!) Schößlinge zu verwerfen. Eine ganz schöne Arbeit ist das! Und dann hieß es hoffen und gießen. Tatsächlich überlebten von den 25 Pflänzchen ganze 12, was für meine Unfähigkeit eine ganz schön große Zahl ist, wie ich finde.

Ich bin schrecklich ungeduldig. Vielleicht tauge ich deshalb nicht so wirklich zur Gemüsegärtnerin? Aber ich wollte nicht warten. Das Wetter war schön und versprach auch über 10°C zu bleiben. Dies brauchen die Pflanzen nämlich, um Knollen auszubilden. Am 21. April bei herrlichstem Wetter habe ich sie eingepflanzt, ein paar ins Frühbeet mit Überdachung, ein paar außerhalb. Ich wollte sehen was den Kohlrabis besser gefällt. Das mit der Aussaat ist gar nicht so leicht. Denn Kohlrabi wächst ja über der Erde und die Verdickung sollte oberhalb liegen bleiben. Meine Pflänzchen waren zu dem Zeitpunkt aber noch so klein, dass das mit der Verdickung so eine Sache ist…. eher eine Ahnung als tatächliche Beobachtung. Ich beschloss, jeden Tag zu schauen und nötigenfalls etwas Erde zu entfernen.

Mai – frische Luft tut gut!

Dann hieß es Daumen drücken, dass alle schön anwachsen und aufgehen und jeden Tag gießen und beobachten. Die Pflanzen im Frühbeet sind etwas kräftiger als die draußen.

links im Frühbeet mit nächtlichem Schutz, links die Freibeetpflanze etwas kleiner.

links im Frühbeet mit nächtlichem Schutz, links die Freibeetpflanze etwa um die Hälfte kleiner.

Vermutlich weil es doch etwas wärmer darin war. Nach etwa einer Woche waren über Nacht aber zwei der Pflanzen im Frühbeet verschwunden. Die Suche nach Schnecken blieb erfolglos. Ich habe keine Ahnung wo die hin sind. Aber auch AnDi ging es ähnlich.

So bleiben mir nun immerhin 10 Pflanzen übrig, die seit gestern alle mit einem Hütchen bedeckt sind, damit Schnecken oder anderes Getier sich nicht daran gütlich tun. Nein, das war nicht geplant. Die Hütchen haben wir zufälligerweise gestern im Keller wiederentdeckt und auch bei den außerhalb des Frühbeets stehenden Pflänzchen sofort zum Einsatz gebracht. Dem Lieblingsmann sei Dank für diesen guten Einfall.

Gut behütet dürfen die restlichen 10 nun wachsen.

Gut behütet dürfen die restlichen 10 nun im Beet verweilen.

12 Wochen etwa wachsen sie jetzt und ergeben – wenn wir Glück haben – wunderbar zarte große Kohlrabiknollen. Mal sehen, was ich alles daraus zaubern werde…

Was 4 Wochen später daraus geworden ist könnt ihr hier lesen.

 

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5 Gedanken zu „Gärtnerfreuden 2016: Kohlrabi Superschmelz

  1. Was für ein toller Bericht liebe Britta!

    Und welch Gärtnerglück….. Wir hoffen, dass es bei den momentanen Verlusten bleibt und nicht noch mehr Kohlrabi in den Kohlrabihimmel zum Jugendtreff abwandern! 😉

    LG
    AnDi

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