Vegan quick & dirty: Linsennudeln mit Kohlrabiblattpesto

Linsennudeln mit KohlrabiblattpestoEs klingt abgefahren, aber angeblich soll ein Pesto aus dem, was man sonst achtlos wegschmeißt gut schmecken und zudem noch richtig gesund sein. Denn die Blätter des Kohlrabi sind nährstoffreicher als die Knolle selbst. Sie enthalten vor allem Magnesium, ausserdem Kalium, Calcium, Selen und Eisen und die Vitamine C, A, B1, B2 und B3 (Niacin). Besonders letzteres ist in hoher Konzentration enthalten. Also frisch ans Werk und ein Pesto daraus zubereitet. Aber Achtung: Kochpleite! Meine Empfehlung bekommt es auch nach zwei Versuchen nicht.

Glutenfrei, weizenfrei und schnell gar: Linsennudeln gibt es auch in schwarz.

Glutenfrei, weizenfrei und schnell gar: Linsennudeln gibt es auch in schwarz.

Als ich neulich beim Bio-Dealer meines Vertrauens stöberte, stieß ich auf eine Packung Linsennudeln. Diese sind aus Linsenmehl hergestellt, daher auch für Weizenallergiker und Zöliakiekranke geeignet. Es gibt sie in dunkel und rot. Aber was dazu essen? Eine einfache Tomatensoße erschien mir dem Preis von 3,80€ für die 250g-Packung nicht angemessen. Also warum zu den ungewöhnlichen Nudeln nicht einmal abgefahrenes Pesto machen? Kohlrabiblätterpesto. Klingt spannend, oder?

Schon im Herbst habe ich es einmal versucht. Aber es war unsagbar bitter und keiner wusste Rat, warum das so sei. Eventuell könnte es daran liegen, dass die Blätter im Herbst mehr Bitterstoffe einlagern? Also habe ich beschlossen, im Frühjar nochmal einen Versuch zu starten, wenn die Kohlrabisaison beginnt.

Kohlrabiblattpesto Frühjahr ZutatenBisher kenne ich nur Smoothies damit, und ich habe neulich auch zwei Blatt in ein Curry dazu geschnitten, was wirklich passabel war. Oft bekommt man die Blätter auch kostenlos, wenn der Markt dafür eine Abfallkiste bereitstellt. Fragen lohnt sich.

Wichtig ist neben Bioqualität (Pestizidbelastung!), dass ihr die Stile wirklich gut entfernt und nur die inneren Blätter verwendet. Je mehr Stiel und je weiter nach außen an der Knolle, desto bitterer werden die Blätter, heißt es. Also tat ich wie geheißen, nahm nur die schönen inneren und machte nach folgendem Rezept meine Linsennudeln mit Pesto:

  • (entstielte und gewaschene) innere Blätter von 2 Kohlrabiknollen (ca. 70g)
  • 70g Pekanüsse
  • 1 EL Hefeflocken
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Zitronensaft
  • Olivenöl (ca. 100ml)
  • Salz
  • 6 Cherrytomaten
  • 1 EL Sahne (z.B. Hafersahne)
  • 1 TL Salz
  • 250g Linsennudeln

Pekanüsse (es gehen auch Walnüsse) fein hacken. Wer will kann sie auch kurz anrösten. Zwei bis drei kleine junge Kohlrabiblätter für das Topping zurückbehalten, den Rest der Kohlrabiblätter von den harten, dickeren Stielen befreien, kleinrupfen und mit Knoblauch, Salz, Olivenöl und 50g Walnüssen pürieren.

Für das Topping die jungen Blätter sehr fein schneiden und mit den restlichen gehackten Nüssen mischen.

Die Nudeln garkochen. Achtung, diese brauchen nur 3-5 Minuten Kochzeit und es schäumt ordentlich. Also lieber einen größeren Topf einplanen. Ihr solltet sie unbedingt vor dem Abschütten probieren. 30 Sekunden können schon über bißfest oder lätschig entscheiden. Sobald die Nudeln im Wasser sind, die Cherrytomaten halbieren oder vierteln, das Pesto mit etwas Nudelwasser und Sahne erwärmen (nicht kochen) und die Cherytomaten zugeben.

Appetitlich ist anders. Es ist schon sehr grün! Am besten ihr geb das Wasser zuerst in die Pfanne, damit es nicht zu heiß wird.

Appetitlich ist anders. Es ist schon sehr grün! Am besten ihr gebt das Wasser zuerst in die Pfanne, damit es nicht zu heiß wird.

Die Nudeln im Teller mit der Soße anrichten und mit dem Topping aus jungen Blättern und Walnüssen bestreuen.

Soweit die Theorie.

Es sah wirklich lecker aus. Aber es schmeckte nicht so. :(

Es sah wirklich lecker aus. Aber es schmeckte nicht so. 😦

Die Praxis sah dann anders aus. Als ich das Pesto nach der Zubereitung probierte, dachte ich schon, dass es schwer für mich wird. Zum Glück sättigen Linsennudeln so sehr, dass ich nicht viel brauchte. Eine halbe Portion, gemessen an herkömmlichen Nudeln, reichte völlig aus zum satt werden. Und der Geschmack des Pestos brachte mich auch nicht dazu, über den Hunger hinaus zu essen. Es war bitter. Auch nur mit den inneren Blättern und ohne Stile. Nein, sehr schade, aber wahr: Ich kann es nicht empfehlen, weder mit Herbst- noch mit Frühjahrsknollen. Aber vielleicht habt ihr ja mehr Glück? Oder man mischt es mit anderem Gemüse wie beispielsweise Zucchini…

Eigentlich schade. Es wäre so ein schönes quick&dirty-Rezept gewesen. Denn die Zubereitung dauert inklusive Herstellung des Pestos keine 15 Miuten.

Bleibt nur noch die Frage, was man mit den übrigen Knollen macht, wenn man sie nicht roh oder mit einem Dip essen möchte. Wie wäre es mit Kohlrabispaghetti oder Kohlrabigemüse in weißer Soße.? Ich habe auch noch ein Rezept für ein Kohlrabicarpacchio in der Pipeline. Ich hoffe so kann ich die geliebte Knolle mehr genießen.

 

 

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