Gööcks 100 berühmteste Rezepte vegan

Dieses Kochbuch (die 100 berühmtesten Rezepte der Welt) habe ich vor etwa 20 Jahren aus dem Haushalt meiner Mutter entführt. Oft habe ich mir als Kind die Bilder angeschaut, die Zubereitung durchgelesen (ja, wie mir scheint hatte ich seltsame literarische Vorlieben als Kind) und dabei gedanklich geschlemmt. Später dann, als ich einen eigenen Haushalt hatte, habe ich auch mal das ein oder andere nachgekocht. Durch Zufall habe ich es vergangenes Wochenende in die Hände bekommen und meiner Familie einige Anekdoten daraus vorgelesen und bemerkt, dass sich manche dieser berühmten Rezepte problemlos veganisieren lassen, wenn nicht sogar schon von sich aus vegan sind.

Mein Entschuss stand schnell fest: Euch einige berühmte Klassiker der internationalen Küche vorzustellen wird mein Projekt für 2017!

Wie es dazu kam, sowie etwas über den Autor selbst, will euch dieser Beitrag heute erzählen. Eine Auflistung der bereits gekochten berühmtesten Rezepte der Welt wird von mir ab April ’17 nach und nach ergänzt werden. Ihr findet sie ganz unten im Beitrag. Viel Spaß beim Entdecken berühmter (veganer) Gerichte.

Wie es dazu kam

Wir saßen wochenends am Kaffetisch, mein Sohn hatte sich beim Konditor eine Sachertorte ausgesucht und ich sah die weiße Creme unter der Schokoglasur, die Schokobuttercreme darin, suchte die Konfitüre vergeblich und sagte „Das ist nie und nimmer eine Sachertorte! Die besteht nämlich lediglich aus einem Schokobisquit, Konfitüre und Kuvertüre. Keine Cremes, keine Nüsse, kein Schnickschnack.“

Um meiner Aussage Gewicht zu verleihen kramte ich das Kochbuch hervor, suchte das Rezept heraus und las vor, was diese Torte so berühmt macht, wo sie herkommt und eben auch, was drin ist. Meinem Sohn schmeckte die Torte natürlich trotzdem, aber in meinem Hinterkopf formte sich schon der Gedanke, wenn so viele diese Torte falsch machen, warum dann auch nicht so nah am Original wie möglich vegan „falsch“?

Ein (angebliches?) Originalrezept dieser Torte findet ihr übrigens hier als pdf. Fast identisch, aber hiernach soll die Torte nicht mit Kuvertüre sondern mit einem Schokoguß überzogen werden. Auch scheint das Originalrezept deutich süßer zu sein und Gööks Rezept schon damals zuckerreduziert.

Über den Autor

Roland Gööck war ein wahrer Vielschreiber. Zahlreich und bekannt waren seine Sachbücher in den 50er bis 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Dabei widmete er sich nicht nur kulinatischen Disziplinen wie kochen, backen und Wein, sondern schrieb auch Ratgeber über gesundheitliche Hausmittel, Handarbeiten, Heimwerken, Gesellschaftsspiele oder Erfindungen. Man kann ihn wahrlich als vielfältig interessierten Autor beschreiben.

Er war unter vielen Pseudonymen tätig. Als Pim Pinelli, Peter Roland, Roland Peter, Alexander oder Alex Ettl und Rolf Jeromin schrieb er über verschiedene kulinarische Themen und Tischmanieren. Als Franz Mausener widmete er sich Lustigem, als Peggy Persson Wilhelm Buschs Hausapotheke und als Peter Korn dem Thema der Karl May-Romane. Beim Bertelsmann-Verlag hatte er des Spitznamen Sachbuch-Goethe, die Deutsche Nationalbibliothek hat unter seinem Namen und seinen Pseudonymen über 500 Titel verzeichnet, bei denen er sowohl als Autor wie auch als Herausgeber oder Bearbeiter beteiligt war.

Sein bekanntestes Werk, das 1963 erschienene „Das neue große Kochbuch“ führte 2004 sogar die Hitlisten der Antiquariate an, so begehrt ist diese alte Ausgabe, die übrigens auch als 1976er-Ausgabe im Regal meiner Mutter zu finden ist. Und bei der Recherche zu diesem Beitrag stellte ich fest, dass auch ein Buch von Pseudonymautor Alexander Ettl (100 raffinierte Gerichte aus aller Welt) in meinem Bücherschrank steht. Man ist in den 60er- und 70er-Jahren wohl kaum an diesem Hansdampf in allen Gassen-Bücherwurm vorbeigekommen.

Das Buch

Exakt 100 Gerichte befinden sich darin, im Register sowohl alphabetisch als auch nach Ländern und Rezeptgruppen geordnet zu finden. Europa, Ostasien, Russland, Südamerika, USA und Orient werden abgedeckt. Frankreich ist am häufigsten vertreten, gefolgt von Italien und USA. Bekannte Namen wie Empanadas, Chop Suey, Erdbeeren Romanow, Soufflée Fürst Pückler, Moussaka, Birne Helene, Quiche Lorraine oder Smørebrød sind neben der bereits genannten Sacher-Torte darin zu finden.

Zu jedem Gericht gibt es eine kleine Vorgeschichte, z.B. wer für den Namen Pate stand, für wen es kreiert wurde, welche verschiedenen Zubereitungsarten es gibt und was unbedingt dabei sein muss oder wie es serviert wird. Die Anleitungen sind meist nur wenige Zeilen lang und deshalb nichts für absolute Kochanfänger.

Die Bilder meiner, wie ich schätze ersten Ausgabe von 1971 sind nach heutigen Maßstäben der Foodfotografie natürlich völlig veraltet und lassen einen so manches mal schmunzeln. Feines Porzellan und gute Ausleuchtung sucht man vergeblich und findet stattdessen handfeste im Geist der Zeit knallig bunt glasierte Töpferkeramik, rustikale Tischdecken und Gläser und Besteck wie aus Uromas Schrank. Aber so ist das eben mit antiquarischen Büchern. Immerhin ist dieses Buch erschienen, als ich noch in die Windeln gepups habe, was ja nun auch bald ein halbes Jahrhundert her ist. Wechseln wir besser schnell das Thema….

Das dreiseitige Vorwort „Vom Abenteuer der Kochkunst“ habe ich bisher nie eines Blickes gewürdigt und bin sehr angetan, wie viel Mühe sich Gööck damit gegeben hat. Daher werde ich jedes Gericht, das ich euch veganisiert vorstelle mit einem Zitat aus dem Vorwort dieses Sachbuch-Goethes schmücken.

„Es [das Buch] wurde für Leute geschrieben und fotografiert, denen das Essen und Kochen Spaß machen – und zwar von Leuten, die beruflich und privat gern kochen und essen.
Es ist kein Allerweltskochbuch daraus geworden. […] Überdies ist es ungeeignet für Eßmuffel, die Entdeckungsreisen jenseits der täglichen Bratkartoffelstraße verabscheuen.“

Die Rezepte

Hier findet ihr eine Auflistung (Linksammlung) aller von mir bisher nachgekochten und wo nötig veganisierten Gööck-Rezepte stehen. Schon heute könnt ihr euch auf Imam bayıldı (Türkei), , Sachertorte (Österreich), Ratatuille (Frankreich), Kedgeree (Indien) oder Walldorfsalat (USA) freuen. Ein Fundus an bekannten internationalen Gerichten auf veganisch.

Erdbeeren Romanow (Rußland)

Lasst euch von mir in Gööcks bunte Welt entführen.

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