Gööcks Erdbeeren Romanow vegan

Hier nun das erste der veganisierten 100 berühmten Gööck-Rezept-Klassiker. Wer wissen will, wie es dazu kam, kann sich hier schlaulesen. Warum ich mit einem Dessert beginne? Ich habe mich wegen der aktuellen Erdbeerzeit für die Erdbeeren Romanow entschieden. Denn nichts ist schöner, als die Dinge dann zu genießen, wenn sie reif sind. Und auch Ostern steht vor der Tür. Vielleicht beglückt ihr eure Gäste beim Ostermenü mal mit einem etwas in Vergessenheit geratenen Klassiker!

Wissenswertes

Erdbeeren Romanow sind eines der berühmtesten Erdbeer-Desserts. Aber es ist weit mehr als einfach nur Erdbeeren mit Schlagsahne. Das Geheimis liegt darin, dass die Erdbeeren mehrer Stunden in Orangenlikeur eingelegt werden, sogannenter Curaçao. Man kann dieses bekannte Gericht auch zusätzlich mit Vanilleeis zubereiten und als Eisbecher Romanow servieren.

Als Curaçao werden Liköre bezeichnet, die mit Schalen einer Bitterorange (Pomeranze) aromatisiert werden. Ursprünglich stammten sie von der gleichnahmigen Insel. Als Herkunftsmerkmal ist der Begriff aber nicht geschützt und so gibt es keine eindeutige Rezeptur. Die bekanntesten Curaçao-Liköre sind sicher der gefärbte Blue Curaçao, der hier aber nicht verwendet werden sollte! Man nimmt für dieses Dessert klare, oft als Triple Sec bezeichnete Liköre wie Grand Manier oder Cointreau.

Gööck schreibt, dass nicht genau klar ist, woher der Name kommt und wer dieses klassische Erdbeergericht kreiert hat. Romanow ist jedenfalls der Name des russischen Bojarengeschlechts, dessen bekanntster Vertreter Zar Peter der Große war. Es könnte sein, dass „die nach seiner Familie benannte Erdbeerenspezialität auf seine Zeit zurückgeht, denn er war kein Kostverächter, sondern ein lebensfroher Herr, der vor allem einen guten Tropfen schätzte.

Heute ist die Geschichtsschreibung schon ein wenig weiter. Das Gericht wird dem Konditor und Koch Marie-Antoine Carème zugeschrieben, der um 1815 kurzzeitig am Hof des Zaren Alexander beschäftigt war. Carème, ein Meister der französischen Küche, war zu seiner Zeit ein wahrer Starkoch, der auch für Berühmtheiten wie Napoleon und Kaiser Franz I. von Österreich tätig war. Man munkelt, dass Carème mit seinem Budget beim Zarenhof alles andere als zufrieden war und dieses simple Dessert deshalb so spartanisch ausfiel. Aber gerade seine Einfachheit macht es so unverwechselbar.

Rezept und Zubereitung

  • 500g Erdbeeren
  • 3 EL Agavendicksaft
  • 2 EL Curaçao-Likör
  • Saft und Schale einer Orange
  • Soja- oder Reissahne aufgeschlagen und gesüßt
  • 1 Löffelspitze gemahlene Vanille

Die geputzten und mundgerecht geschnittenen Erdbeeren in einer Schüssel mit Sirup,  Likör, Orangensaft und -schale mischen und im Kühlschrank verschlossen mindestens 2 Stunden marinieren. Ich habe die Erdbeeren über Nacht einwirken lassen.

Die aufgeschlagene gesüßte Sahne (wer aufschlagbare Reissahne bekommt, kann gut diese verwenden, da sie nicht so einen starken Gelbstich hat) abwechselnd mit den Erdbeeren in 4 Gläser füllen und mit etwas gemahlener Vanille dekoriert sofort servieren. Wer will kann die Marinade durch ein Sieb gießen und ebenfalls in die Gläser verteilen.

Variante Eisbecher Romanow

Mit Vanilleeis wird das ganze zu einem herrlich kühlen Dessert. Ein Rezpet für veganes Vanilleeis findet ihr hier. Entweder die Eiskugel kommt zuunterst und der Eisbecher wird wie oben beschrieben geschichtet oder die Hälfte der Erdbeeren wird im Mixer ganz kurz etwas kleingemacht, mit dem Vanilleeis grob vermischt, auf die Gläser verteilt und die restlichen Erdbeeren und die Sahne daraufgegeben.

Das Zitat

Wie jedes Abenteuer ist auch das Abenteuer der Kochkunst mit Risiken belastet. Kochen kann man immer nur mit beschränkter Haftung. Ob das Ergebnis auch den Beifall der Tischgenossen findet, läßt sich nicht immer voraussagen. Indessen darf man voraussetzen, daß ein weitverbreitete Rezept seinen Weltrum nicht dem Zufall, sondern seiner Qulität und Originalität verdankt.

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4 Gedanken zu „Gööcks Erdbeeren Romanow vegan

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